WWF-Projekt wird UNESCO-Weltnaturerbe /
Gorilla-Heimat in Zentralafrika zählt zu den wichtigsten Ökoregionen der Erde
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Schutzgebiet "Trinationale de la Sangha" (TNS) im Kongobecken ist
seit heute Weltnaturerbe. Dies hat das Welterbe-Komitee der Unesco
soeben in St. Petersburg verkündet. Der WWF, der seit über 20 Jahren
vor Ort aktiv ist, freut sich über die Entscheidung: "Das
Schutzgebiet gehört zu den wichtigsten Ökoregionen der Welt. Es ist
ein einzigartiges Naturparadies. Der Weltnaturerbe-Status gibt uns
Rückendeckung für den Schutz der Region", sagt Dr. Ilka Herbinger,
Afrikareferentin beim WWF Deutschland. Der WWF hatte sich für die
Aufnahme des TNS als Weltnaturerbe stark gemacht.
Das im Dreiländereck zwischen Zentralafrikanischer Republik,
Kamerun und Republik Kongo liegende Schutzgebiet beherbergt eine
außergewöhnlich hohe Zahl gefährdeter Tier- und Pflanzenarten.
Seltene Waldelefanten, Schimpansen, Bongo-Antilopen und scheue
Flachlandgorillas finden hier ideale Lebensbedingungen.
"Das Tolle an der Sangha-Region sind seine unterschiedlichen
Lebensräume. Hier gibt es tropische Wälder, Feuchtgebiete und
natürliche Lichtungen, so genannte Bais", so WWF-Fachfrau Herbinger.
Insbesondere diese Waldlichtungen, die von den Elefanten wegen ihrer
mineralhaltigen Böden aufgesucht werden, machen das Gebiet
einzigartig: "Nirgendwo sonst auf der Erde treffen mehr als hundert
Waldelefanten gleichzeitig aufeinander, oft in Begleitung von
Bongo-Antilopen, Waldbüffeln oder Riesenwaldschweinen", so Herbinger.
Sicher ist der Erhalt des Gebiets trotz der Unesco-Auszeichnung
jedoch keinesfalls. Das neue Weltnaturerbe ist insbesondere durch
illegale Wilderei gefährdet, die in ganz Zentralafrika zunehmend die
Züge organisierter Kriminalität annimmt. Um gegenzusteuern, hilft
der WWF beim Einsatz von Anti-Wilderer-Brigaden. Zeitgleich
unterstützt der WWF ökotouristische Aktivitäten, damit die lokale
Bevölkerung durch neue Einnahmemöglichkeiten vom Naturschutz
profitiert. "So steigern wir die Motivation, den wertvollen
Lebensraum zu schützen und nicht zu wildern", erklärt Ilka Herbinger.
Erste Erfolgsmeldungen gibt es bereits: Im Jahr 2011wurde im
Dzanga-Sangha Schutzgebiet, dem Zentralafrikanischen Teil des
Weltnaturerbes, nachweislich kein Elefant von Wilderern getötet. Beim
Schutz vor Ort wird der WWF Deutschland von der Krombacher-Brauerei
unterstützt, die sich mit dem Regenwald-Projekt seit über zehn Jahren
für den Schutz des Tropenwaldes und seiner faszinierenden Arten
engagiert.
Sangha ist das weltweit erste trinationale Schutzgebiet, das in
die Welterbeliste aufgenommen wird. Im Gegensatz zu anderen
Schutzgebieten ist es kein Relikt einzelner Waldfragmente, sondern
Bestandteil einer viel größeren und ökologisch intakten Landschaft.
Mit rund 7.500 Quadratkilometern ist die Kernzone etwa dreimal so
groß wie das Saarland, die umgebende Pufferzone umfasst fast 18.000
Quadratkilometern. Neben der wertvollen ökologischen Bedeutung
besitzt die Pufferzone noch einen weiteren Schatz: das vielfältige
kulturelle Erbe indigener Völker, darunter das der Ba'Aka-Pygmäen und
Sangha-Fischer.
Footage und Fotos unter 0 30/ 311 777 423
Pressekontakt:
WWF World Wide Fund For Nature
Dr. Astrid Deilmann
Telefon: 0 30 / 311 777 423
E-Mail: astrid.deilmann@wwf.de
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Datum: 01.07.2012 - 16:46 Uhr
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