Atomausstieg beeinflusst Strompreise kaum / Greenpeace präsentiert Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung
ID: 672509
notwendigerweise zu höheren Preisen, insbesondere wenn der
Stromverbrauch nicht ansteigt. Zu diesem Schluss kommt eine Studie,
die Greenpeace beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW)
in Auftrag gegeben hat. Darin untersucht das DIW, wie sich der
Atomausstieg auf die Strompreise, den Klimaschutz und die
Kraftwerksinvestitionen in Deutschland und Europa auswirkt. Das
Ergebnis: Die Großhandelsstrompreise werden durch den Atomausstieg
minimal steigen. Entscheidend für die Entwicklung des Strompreises
ist aber eine wirkungsvolle Effizienzpolitik, die den
Energieverbrauch stabil hält. Dann können die restlichen Kraftwerke
die Nachfrage überwiegend befriedigen. Diese Effizienzpolitik kann
den Preiseffekt des Atomausstiegs abfedern und mittelfristig sogar
gegenüber der Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke senken. Zudem
sorgt der Ausbau Erneuerbarer Energien dafür, dass sich die
Strombörsenpreise trotz steigender Gas- und Kohlepreise kaum erhöhen
werden.
"Wenn die Strompreise steigen, ist nicht der Atomausstieg der
Sündenbock, sondern Wirtschaftsminister Rösler, der die
Energieeffizienz blockiert", sagt Niklas Schinerl, Energieexperte von
Greenpeace. "Wenn Rösler den Stromverbrauch nicht stabil hält, setzt
er die Energiewende nicht richtig um - und dann werden die Preise
steigen."
Preisvorteil Atomausstieg mit Energieeffizienz: 0,5 Cent pro
Kilowattstunde
Im Jahr 2020 kostet die Kilowattstunde Großhandelsstrom dem DIW
zufolge 5,1 Cent - trotz Atomausstieg, wenn sich gleichzeitig der
Stromverbrauch stabilisiert und der Emissionshandel schwach bleibt.
Zu exakt dem gleichen Preis kommt das DIW bei einer
Laufzeitverlängerung ohne begleitende Effizienzmaßnahmen. Für das
Jahr 2030 deutet sich sogar ein Preisvorteil des Atomausstiegs an:
Flankiert von Stromsparmaßnahmen werde die Kilowattstunde 6,5 Cent
kosten, während der Preis bei weiter laufenden Atomkraftwerken und
fehlender Energieeffizienz bei 7 Cent liege.
"Die positiven Wirkungen von Energieeffizienzverbesserungen werden
unterschätzt. Ein möglicher Strompreisanstieg kann durch bessere
Effizienz deutlich abgemildert werden", sagt Claudia Kemfert,
Mit-Autorin der Studie und Leiterin des Bereichs Energie, Verkehr,
Umwelt am DIW.
Um das nationale Klimaschutzziel von 40 Prozent weniger
CO2-Emissionen zu erreichen, muss der Stromsektor nahezu 50 Prozent
weniger Treibhausgase ausstoßen. Bleiben die Atomkraftwerke
abgeschaltet, kann dies nur mit einem funktionierenden europäischen
Emissionshandel gelingen, so die Studie. Denn damit würden die
Investitionen in Kohlekraftwerke unattraktiv und emissionsärmere
Gaskraftwerke begünstigt. Wenn ein wirkungsvoller Emissionshandel mit
einer erfolgreichen Effizienzpolitik kombiniert wird, reduzieren sich
die Emissionen im Stromsektor um 48 Prozent im Jahr 2020 und 64
Prozent im Jahr 2030.
Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Niklas Schinerl,
Greenpeace-Energieexperte, Tel 0151-18053 382, oder Pressesprecherin
Tina Loeffelbein unter 0151-16720915. Rückfragen für Claudia Kemfert
bitte an Nicole Walter unter 030-89789252. Den Report finden Sie
unter: http://gpurl.de/DIW-Studie.
Greenpeace-Pressestelle: Telefon 040-30618-340, Email
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Datum: 03.07.2012 - 11:00 Uhr
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