"Wenn man die Eurozone langfristig zusammen halten will, muss alles daran gesetzt werden, dass die Wirtschaft gestärkt wird" (AUDIO)
ID: 672696
Bei der Vorlage der Halbjahresbilanz 2012 fordert VDA-Präsident
Matthias Wissmann Politik und Wirtschaft auf, am gleichen Strang zu
ziehen MANUSKRIPT MIT O-TÖNEN
Anmoderation:
Die deutsche Automobilindustrie hat sich im schwieriger gewordenen
Umfeld als robust und leistungsstark erwiesen. In den ersten vier
Monaten des laufenden Jahres wurde der Umsatz um 6 Prozent auf 121
Milliarden gesteigert. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der
Beschäftigten in diesem Industriezweig um 4 Prozent auf 736.000
Mitarbeiter. Der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie
(VDA), Matthias Wissmann, nutzte die Halbjahres-Pressekonferenz
seines Verbandes heute in Berlin, um darauf hinzuweisen, dass alles
getan werden muss, um aus der Schuldenkrise in Europa herauszukommen.
1. O-Ton Matthias Wissmann
Was mir Sorgen macht ist, dass sich seit zehn Jahren der
Industrieanteil in einigen wesentlichen west- und südeuropäischen
Ländern deutlich absenkt. Während er in Deutschland vor zehn Jahren
bei 25 Prozent war und jetzt bei fast 26 Prozent liegt, plus etwa
zehn Prozent industrienahe Dienstleistungen, über ein Drittel des
deutschen Bruttosozialprodukts heißt Industrie. In Frankreich liegt
der Industrieanteil in einer Bruttowertschöpfung inzwischen bei 13
Prozent, in Großbritannien bei 15 Prozent. (0:36)
In den 27 EU-Staaten beträgt der Anteil der Industrie an der
Bruttowertschöpfung 19 Prozent und ist damit gegenüber dem Jahr 2000
um über drei Prozentpunkte gesunken. Dabei - so VDA-Präsident
Wissmann - sind alle Experten davon überzeugt, dass die Industrie der
Motor der europäischen Wirtschaft ist:
2. O-Ton Matthias Wissmann
Finanzen und Dienstleistungen sind wichtig, aber eine
Volkswirtschaft ist wesentlich stabiler und kann schwierige Perioden
viel eher durchstehen und die Beschäftigung hochhalten, wenn sie
einen harten industriellen Kern hat. Und deswegen glaube ich, wenn
man die Eurozone langfristig zusammen halten will, dann müssen vor
allem in den jeweiligen Krisenländern die Hausaufgaben gemacht
werden. Es muss alles daran gesetzt werden, dass man die
Voraussetzung für eine Stärkung seiner eigenen mittelständischen
Wirtschaft und Industrie verbessert und nicht unentwegt über die
Frage nachdenkt, wie man sie weiter erschweren kann, was wir
gegenwärtig in unserem Nachbarland Frankreich ja bedauerlicherweise
erleben. (0:46)
Der Vergleich der PKW-Industrie in den Ländern Deutschland,
Frankreich und Italien über die letzten drei Jahrzehnte zeigt, wie
sehr die Schere auseinandergeht: Während die PKW-Produktion in
Deutschland von 3,5 Millionen Einheiten im Jahr 1980 auf 5,9
Millionen im Jahr 2011 gestiegen ist, fiel sie in Frankreich von 2,9
Millionen auf nur noch 1,9 Millionen Fahrzeuge. Nur in der
Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit jedes einzelnen Mitgliedslandes -
so Wissmann - liegt der Schlüssel zur Lösung der Schuldenkrise.
3. O-Ton Matthias Wissmann
Nur wenn es gelingt, in ganz Europa zu einer Reindustrialisierung
zu kommen, zu einer Stärkung des Gewerbes, des Mittelstands und der
Wirtschaft, dann wird auf Dauer die Eurozone stark bleiben und da
muss der Grundsatz gelten, ein "race to the top" und kein "race to
the bottom", wir müssen uns an den Besten in jeder Branche
orientieren und nicht an den Schwächsten. (0:26)
Der Erfolg der deutschen Automobilindustrie selbst in schwierigem
Umfeld hat Gründe. So sind die deutschen Hersteller mit 80 Prozent
Marktanteil weltweit führend im Premiumsegment, pro Jahr investiert
diese Industrie über 20 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung.
Und die Qualität der deutschen Autos ist weltweit führend, was die
Spitzenpositionen in zahlreichen Rankings beweisen.
4. O-Ton Matthias Wissmann
Mit dieser Innovationsdynamik ist die Voraussetzung für eine
permanente Produktoffensive gegeben, die sich in weltweit steigenden
Absatzzahlen auswirkt. Die Tatsache, dass wir heute rund 500 Modelle
im Angebot haben, die weniger als 130 Gramm CO2 pro Kilometer
emittieren, spricht für sich. Zudem sind wir bei Qualität und
Zuverlässigkeit, bei Sicherheit, Design und Komfort führend, und beim
Thema Connectivity, also Smartphone und Auto zu einer Einheit zu
verschmelzen, setzen wir weltweit Maßstäbe. (0:32)
Abmoderation:
Der wichtige deutsche Markt bildet mit einem Plus von einem
Prozent auf gut 1,63 Millionen Einheiten im Vergleich zum
Vorjahresniveau nach Aussagen von VDA-Präsident Wissmann einen
"Stabilitätsanker" in der EU. Insgesamt hat sich die deutsche
Automobilindustrie mit einer Umsatzsteigerung von 6 Prozent in einem
schwieriger werdenden Umfeld als robust und leistungsstark erwiesen.
ACHTUNG REDAKTIONEN:
Das Tonmaterial ist honorarfrei zur Verwendung. Sendemitschnitt bitte
an ots.audio@newsaktuell.de.
Pressekontakt:
Ansprechpartner:
VDA, Eckehart Rotter, 030 897842 120
all4radio, Hermann Orgeldinger, 0711 3277759 0
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Datum: 03.07.2012 - 13:05 Uhr
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