Gewicht halbiert: Automobiler Leichtbau mit Magnesium
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Gewicht halbiert: Automobiler Leichtbau mit Magnesium
Prototyp für BMW 3er - Reihe
Anlässlich des ersten TeMaKplus-Workshops hat die BMW M GmbH eine Rücksitzlehne aus Magnesium für die BMW 3er-Reihe vorgestellt. Die aus einem Vorentwicklungsprojekt hervorgegangene Rücksitzlehne ist im Verhältnis 60/40 geteilt und umklappbar. Mit einem Gewicht von nur 5,45 Kilogramm erreicht die Magnesiumdurchlade eine Gewichtseinsparung von über 50 Prozent gegenüber einer Rücksitzlehne in konventioneller Stahlbauweise mit einem Gewicht von etwa 11,5 Kilogramm.
Für die Auslegung und Konstruktion der Magnesiumdurchlade sowie die anschließende Prototypenfertigung sorgte die Karosserie Werke Dresden GmbH (KWD) unter der Leitung von Dr. Jens Ullrich.
Die Rücksitzlehne ist analog zur konventionellen Baugruppe in Schalenbauweise konzipiert. Das dafür eingesetzte Magnesiumblech in den Stärken 1,5 und 2 Millimeter stammte von der Firma ThyssenKrupp MgF Magnesium Flachprodukte GmbH, einer Tochtergesellschaft der ThyssenKrupp Steel Europe AG. Die Rücksitzlehne in Magnesium erfüllt nachweislich die geforderten gesetzlichen Crashanforderungen.
Die wesentliche Anforderung hinsichtlich Crashperformance ist in der Richtlinie ECE R17 beschrieben. Dabei steht der Schutz der Insassen vor dem Ladegut im Gepäckraum für den Fall einer Kollision im Vordergrund (Schutz vor Ladung). Bei dem Crashtest, der auch bei der Magnesiumrücksitzlehne durchgeführt wurde, werden zwei Prüfwürfel mit einer Kantenlänge von 300 Millimeter und einer Masse von je 18 Kilogramm ungesichert im Gepäckraumraum angeordnet. Beim anschließenden Katapultversuch wird der gesamte Aufbau schlagartig beschleunigt, womit der Aufprall eines Fahrzeuges bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h simuliert wird. Die entstehenden Schädigungen und Wirkungen der ungesicherten Testkörper werden abschließend untersucht und bewertet, wobei das Maß der Deformation der Durchlade und der Rückhalt der Prüfwürfel die entscheidenden Kriterien sind.
TeMaKplus ist ein Bündnis von zwölf Partnern aus Wirtschaft und Forschung. Ziel ist es, Magnesium als vielseitig verwendbaren Leichtbauwerkstoff in der industriellen Fertigung zu etablieren. Neben BMW, KWD und ThyssenKrupp MgF Magnesium Flachprodukte gehören unter anderem die TU Bergakademie Freiberg und das Fraunhofer Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik in Chemnitz zum Wachstumskern TeMaKplus. Weitere Forschungsinstitute und Unternehmen mit Kompetenz in den Bereichen Beschichtungs-, Umform- und Fügetechnik vervollständigen das Bündnis. TeMaKplus wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.
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Datum: 11.07.2012 - 14:30 Uhr
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