Kölner Stadt-Anzeiger: "Der Graf" fordert mehr Mut zum Kitsch
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im Kino der Held dem Sonnenuntergang entgegenreitet, das ist doch das
Schönste, was es gibt - dieses Gefühl, wenn du dich der Emotion
völlig hingibst und nachher denkst: Ach, war das schön! Man muss auch
mal Mut zum Kitsch haben", sagt der Sänger der Band "Unheilig" dem
"Kölner Stadt-Anzeiger" (Samstag-Ausgabe). Kitsch könne Lebenshilfe
sein, glaubt der Musiker, dem die Gefühligkeit seiner Songs oft
vorgeworfen wird: "Wenn ich mir eine ältere Dame vorstelle, die den
Kitsch braucht, weil sie um ihren Mann trauert, ist der Kitsch doch
super - wenn er hilft! Da kann ich doch nicht sagen, das ist falsch,
weil man sich der Wahrheit nicht stellt."
Seine eigene Vorstellung vom Glück habe sich durch eine Reihe von
Konzerten in Krankenhäusern und Hospizen stark verändert, so der
gebürtige Aachener: "Wenn du das erlebst, weißt du, was für ein
verdammtes Glück du hast, wenn du gesund bist und dich jeden Morgen
über das Wetter ärgern darfst und dich nicht beim Aufwachen wunderst,
dass du überhaupt den Morgen erlebst."
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Datum: 13.07.2012 - 17:48 Uhr
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