Schwäbische Zeitung: Bayerns Ärger ist berechtigt - Leitartikel
ID: 682441
Saarland, für Bremen, für Berlin gelten: Ohne Reformanreize werden
die ewig klammen Bundesländer nicht den Willen aufbringen, dringend
notwendige Strukturreformen endlich anzugehen. Das Bundesland Berlin
finanziert ein Drittel seines Etats aus dem Finanzausgleich, Bremens
Pro-Kopf-Verschuldung bewegt sich mit rund 30000 Euro auf
griechischem Niveau. Die Bayern dagegen zahlen etwa die Hälfte der
jährlichen Ausgleichszahlungen in den staatlichen Umverteilungstopf.
Drum muss es ihren Ministerpräsidenten Horst Seehofer ärgern, dass
diverse notorische Nehmerländer nicht ernsthaft vorhaben, die
Konsolidierung ihrer Finanzen in zu Angriff nehmen. Nun will er sie
zwingen.
Der Länderfinanzausgleich ist ein wichtiges Verteilungssystem
zwischen Arm und Reich, zwischen Stark und Schwach: Wenn bestimmte
Regionen in Deutschland in wirtschaftlichen Schwierigkeiten stecken,
ist Hilfe grundgesetzlich geboten. Daran will auch München
festhalten. Doch die bayerische Staatsregierung moniert, dass sie
seit langer Zeit auf eine Änderung der Einzahlungs- und
Zuweisungsmodalitäten drängt und dabei keinen Schritt weiterkommt, da
es so gut wie keine Gesprächs- oder gar Verhandlungsbereitschaft
gibt.
So begründet sich der Weg zum Bundesverfassungsgericht nicht etwa
aus einer "unsolidarischen" Geisteshaltung, wie sie Kritiker
Ministerpräsident Horst Seehofer unterstellen. Die angekündigte Klage
Bayerns gegen den Länderfinanzausgleich ist richtig - und natürlich
auch ein Vorbote der anstehenden Wahlkämpfe im Freistaat und im Bund.
Denn Seehofer will mit diesem Angriff vor allem auf SPD-regierte
Länder auch Gegensätze betonen: Hier der solide Freistaat, dort die
finanzpolitischen Hallodris, die mit dem Geld Bayerns Wohltaten
verteilen. Wahrscheinlich erklärt diese Strategie der Konfrontation,
weshalb sich Baden-Württemberg bei der Klage ziert. Denn in der Sache
hat sich Winfried Kretschmann mehrfach ähnlich geäußert.
Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 07561-80 100
redaktion@schwaebische-zeitung.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 17.07.2012 - 21:15 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 682441
Anzahl Zeichen: 2364
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Leutkirch
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 310 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Schwäbische Zeitung: Bayerns Ärger ist berechtigt - Leitartikel"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Schwäbische Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Weitere Mitteilungen von Schwäbische Zeitung
Schwäbische Zeitung: Nicht souverän - Kommentar ...
Nein, mit Zickenkrieg hat es ganz und gar nichts zu tun. Denn Eva-Maria Welskop-Deffaa, die rausgeschmissene Abteilungsleiterin im Familienministerium, ist alle andere als eine Zicke. Sie ist auch keine Kampfemanze. Sie ist eine gut vernetzte CDU-Frau, eine angesehene Fachpolitikerin, eine modern
Weser-Kurier: Kommentar zur Klage gegen den Finanzausgleich ...
Die Bayern werden also klagen. Pah - und wenn schon. Man muss kein Politik- oder Finanzwissenschaftler sein, um Horst Seehofers Gemoppel gegen die Habenichtse einzuschätzen. Ein Blick auf den Kalender reicht: 2019 läuft die bisherige Vereinbarung aus. Aber schon 2013 wird in Bayern gewählt. J
Weser-Kurier: Kommentar zum Sicherheitsgipfel des DFB ...
Drohgebärden statt harter Einschnitte: Auch beim dritten Sicherheitsgipfel binnen 27 Monaten hat sich der deutsche Fußball nicht zu weitreichenden Schritten gegen die Gewalt in den Stadien durchgerungen. Mit einem kleinen Maßnahmenpaket und einem Verhaltenskodex wollen Politik, Verbände und
Badische Neueste Nachrichten: Schuldfrage ...
Das Simon-Wiesenthal-Center in Jerusalem, das Laszlo Csatáry schon seit Jahren auf der Spur war, hatte den nunmehr 97-jährigen Greis ganz oben auf seiner Fahndungsliste. Csatáry wird beschuldigt, 1944 als lokaler Polizeichef für die Deportation und den Tod von 15 700 ungarischen Juden nach Au




