Bauhauptgewerbe im Mai 2012: Arbeitstageeffekt belastet Entwicklung:
- Umsatzminus von 6 %
- Rückgang des Auftragseingangs von 2 %
ID: 687330
Arbeitstageeffekt deutlich belastet: Die Bauunternehmen meldeten ein
Minus sowohl beim Umsatz als auch beim Auftragseingang. Dies ist
allerdings hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass den
Bauunternehmen zwei Arbeitstage weniger zur Verfügung standen als im
Mai 2011. Wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie in der
neuesten Ausgabe seines Aktuellen Zahlenbildes mitteilt, lag der
baugewerbliche Umsatz im Bauhauptgewerbe im Mai um nominal 6,2 %
unter dem Niveau des entsprechenden Vorjahresmonats. Für den gesamten
Zeitraum Januar bis Mai meldeten die Unternehmen ein Umsatzminus von
1,1 %. Auch der Auftragseingang sank im Mai - erstmalig seit sechs
Monaten - und zwar um nominal 2,1 % (real: - 4,7 %). Aufgrund der
guten Entwicklung in den vergangenen Monaten liegt der
Auftragseingang in den ersten fünf Monaten aber immer noch um nominal
8,6 % über dem Niveau des vergleichbaren Vorjahreszeitraums (real: +
5,7 %).
Der Hauptverband sieht in dem Umsatz- und Orderrückgang im Mai
nach wie vor kein Zeichen einer baukonjunkturellen Abkühlung. Der
Umsatzrückgang war nicht konjunkturell, sondern maßgeblich durch den
Arbeitstageeffekt bestimmt. Hinzu kam - wie im ersten Quartal - auch
im Mai ein statistischer Basiseffekt: Der Umsatz war im
Vergleichsmonat Mai 2011 um 21,5 % gestiegen.
Die Unternehmensangaben deuten zudem darauf hin, dass die
Bauunternehmen aufgrund der hohen Auftragsbestände mittlerweile an
ihrer Kapazitätsgrenze arbeiten: Die Unternehmen meldeten Mitte Juni
die höchste Kapazitätsauslastung ihrer Maschinen seit der
Wiedervereinigung - laut ifo Konjunkturtest waren die Kapazitäten zu
76,4 % ausgelastet; der langjährige Durchschnitt liegt bei 68,6 %.
Entsprechend gut bewerten die Unternehmen ihre Geschäftslage:
Erstmals seit September 2011 war der Lagesaldo wieder positiv.
Der Wohnungsbau wies im Mai ein leichtes Umsatzwachstum von 0,3 %
aus (Jan.-Mai: + 4,9 %). Demgegenüber ging der Auftragseingang um
11,5 % zurück (Jan.-Mai: + 8,1 %). Ein Ende der guten Entwicklung auf
dem Wohnungsmarkt bedeutet dies aber nicht: Die Baugenehmigungen für
neue Wohnungen legten im Mai mit Plus 12,2 % noch einmal kräftig zu.
Für den Wirtschaftsbau meldeten die Bauunternehmen einen
Umsatzrückgang von 5,0 % (Jan.-Mai: + 1,0 %). Die Perspektiven für
die kommenden Monate sind aber nach wie vor positiv: Der
Auftragseingang stieg im Mai um 0,5 % (Jan.-Mai: + 4,6 %); die
Baugenehmigungen sogar um 11 %. Am stärksten betroffen von der
schwachen Entwicklung im Mai war der Öffentliche Bau: Der Umsatz lag
um 14,7 % unter dem Vorjahresniveau (Jan.-Mai: - 10,9 %); der
Auftragseingang um 0,1 % (Jan.-Mai: + 14,0 %). Auch die
Baugenehmigungen (veranschlagte Baukosten) sind weiter rückläufig (-
13,3 %).
Alle Angaben und Berechnungen beruhen auf Daten des Statistischen
Bundesamtes.
Auch im Internet abrufbar: www.bauindustrie.de
Pressekontakt:
Ansprechpartner: Dr. Heiko Stiepelmann
Funktion: Stellv. Hauptgeschäftsführer und
Leiter der Hauptabteilung Volkswirtschaft,
Information und Kommunikation
Tel: 030 - 21286 140, Fax: 030 - 21286 189
E-Mail: Heiko.Stiepelmann@bauindustrie.de
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Datum: 25.07.2012 - 11:45 Uhr
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