Neue OZ: Kommentar zu Europa / Klima / Emissionshandel
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Es ist mehr als angebracht, den dahindümpelnden Emissionshandel
neu zu verankern. Die Grundidee ist zwar nicht schlecht. Denn der An-
und Verkauf von Verschmutzungszertifikaten sollte Schluss machen mit
der Atmosphäre als kostenloser Müllhalde für Treibhausgase.
Leider steht jedoch der Handel mit Verschmutzungsrechten bis heute
unter keinem guten Stern. Vor allem die Flut von Gratisrechten in
diversen Branchen führt zum größten Übel: dem Preisverfall der
Zertifikate. Denn wer auf Klimaschutz setzt, aber durch Verkauf nicht
benötigter Verschmutzungsrechte kaum Geld verdient, dürfte auf solche
Investitionen verzichten. Der Vorschlag von EU-Energiekommissarin
Hedegaard, die Anzahl der Zertifikate zu verknappen und so teurer zu
machen, animiert zumindest kurzfristig, mehr gegen den Ausstoß von
Treibhausgasen zu tun. Prompt geäußerte Warnungen vor zu großer
Belastung der Industrie sind der übliche Reflex. Selbst 2013, wenn
die EU beim Emissionshandel den Ton angibt, werden an
Industriebranchen noch rund vier Fünftel der Verschmutzungsrechte
umsonst verteilt. Bemerkenswert ist, dass sich das Umweltministerium
anders als das Wirtschaftsressort mit einer Bewertung zurückhält.
Minister Peter Altmaier weiß, dass die Finanzierung der Energiewende
auch von Einnahmen durch höhere Zertifikatepreise abhängt.
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Datum: 25.07.2012 - 22:00 Uhr
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