Reporter ohne Grenzen: Behörden in China erlauben nach Unwetter nur noch gute Nachrichten
ID: 689030
der chinesischen Behörden nach den Überschwemmungen vom Wochenende.
Bei dem Unwetter waren landesweit mehr als 95 Menschen ums Leben
gekommen. Nach heftiger Kritik am Krisenmanagement der Behörden in
Peking ließen diese kritische Kommentare aus Online-Medien und Blogs
entfernen und forderten Journalisten auf, nur noch gute Nachrichten
zu verbreiten.
Unmittelbar nach der Katastrophe hatten Betroffene im Internet
Hilfe und Spenden organisiert. Vor allem über den chinesischen
Microblog-Dienst Sina Weibo, das chinesische Pendant zu Twitter,
hatten sie in kürzester Zeit ein Solidaritätsnetzwerk aufgebaut und
so versucht, die Untätigkeit der Behörden zu kompensieren. Mehrere
chinesische Zeitungen hatten das marode Abwassersystem der Stadt
kritisiert, etliche Leser machten ihrem Ärger im Internet Luft.
Der Pekinger Propaganda-Chef Lu Wei betonte daraufhin die
Notwendigkeit, die öffentliche Meinung "stabil" zu halten und wies
Journalisten an, nur noch über Errungenschaften zu berichten, die
"Lob und Tränen" wert seien, etwa über Heldentaten der
Rettungskräfte. Das meldete die Zeitung Jinghua Shibao am Dienstag.
Kritische Kommentare auf Microblog-Diensten wie Sina Weibo
verschwanden oder wurden gelöscht. Nutzer, die Inhalte nicht selbst
entfernten, erhielten keinen Zugang mehr zu den entsprechenden
Seiten.
Nicht mehr abrufbar ist unter anderem ein Bericht des Bloggers Li
Chengpeng, in dem er die Frage stellte, warum bei den zögerlich
eingeleiteten Rettungsaktionen nur zivile Autos gesichtet wurden,
obwohl die Pekinger Behörden im vergangenen Jahr 6 Milliarden Yuan
(ca. 766 Millionen Euro) für Dienstfahrzeuge ausgegeben hätten. Die
englische Übersetzung seines Beitrags findet sich unter:
http://bit.ly/NGHiqD.
Reporter ohne Grenzen zählt den chinesischen Staat zu den größten
Feinden des Internets weltweit (http://bit.ly/QNsQQZ). Auf der
jährlichen ROG-Rangliste der Pressefreiheit steht China unter den
repressivsten Staaten auf Platz 174 von 179.
Weitere Informationen in englischer Sprache finden Sie unter:
http://bit.ly/PxGxl6
Pressekontakt:
Reporter ohne Grenzen
Ulrike Gruska
Pressearbeit
presse@reporter-ohne-grenzen.de
www.reporter-ohne-grenzen.de
T: +49 (0)30 202 15 10 - 16
F: +49 (0)30 202 15 10 - 29
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 27.07.2012 - 12:32 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 689030
Anzahl Zeichen: 2671
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Menschenrechte
Diese Pressemitteilung wurde bisher 246 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Reporter ohne Grenzen: Behörden in China erlauben nach Unwetter nur noch gute Nachrichten"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Reporter ohne Grenzen e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Fünf Kernpunkte der Rangliste der Pressefreiheit 2026: - Zum ersten Mal in der 25-jährigen Geschichte der Rangliste der Pressefreiheit fallen mehr als die Hälfte aller Länder und Territorien der Welt in die Kategorien "schwierig" oder "sehr ernst". - "Gut" ist
Drei Jahre unter den Taliban: Bundesregierung lässt afghanische Journalisten im Stich ...
Nur sechs afghanische Journalistinnen und Journalisten haben es bisher geschafft: Sie konnten mit Hilfe von Reporter ohne Grenzen (RSF) über das Bundesaufnahmeprogramm Afghanistan (BAP) nach Deutschland kommen. Zum dritten Jahrestag der Machtübernahme der Taliban zieht die Organisation in einem Be
Reporter ohne Grenzen schockiertüber Gewalt gegen Journalisten in den USA ...
Reporter ohne Grenzen (RSF) ist entsetzt über die Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten in den USA, die nach dem Tod des schwarzen US-Amerikaners George Floyd über Proteste gegen Polizeigewalt berichteten. Innerhalb weniger Tage kam es zu mindestens 68 Übergriffen auf Medienschaffende, da
Weitere Mitteilungen von Reporter ohne Grenzen e.V.
Zwei Jahre nach der Jahrhundertflut in Pakistan / Forderung nach Entschädigung und Landreform ...
Anlässlich des zweiten Jahrestages der Flutkatastrophe in Pakistan fordert die Frankfurter Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international, gemeinsam mit seinen pakistanischen Partnern HANDS, PILER und SLRC die vollständige Entschädigung der Flutbetroffenen, eine umfassende Landrefo
Mehr Spenden für Bangladesch (BILD) ...
Das Hilfswerk "Netz" hat im vergangenen Jahr 15 Prozent mehr Spenden eingenommen als noch 2010. Das geht aus dem Jahresbericht 2011 hervor, den die auf Bangladesch spezialisierte Organisation jetzt vorgestellt hat. Insgesamt hat "Netz" 3,8 Millionen Euro für die Bekämpf
Sieger des Ulrich Wickert Preises für Kinderrechte 2012 stehen fest/ Preisverleihung auf Event zum Internationalen Mädchentag von Plan Deutschland ...
Ulrich Wickert gründete 2011 unter dem Dach der Stiftung "Hilfe mit Plan" die Ulrich Wickert Stiftung. Sie unterstützt Kinder-Medienprojekte und vergibt 2012 zum ersten Mal einen Journalistenpreis für die besten Berichte und Reportagen zum Thema Kinderrechte. Siegerin des Ulrich Wic
Vietnam: Beschattet, verhaftet, verhört. Kritische Blogger unter Druck ...
Staatliche Sicherheitsbeamte haben vor wenigen Tagen vier Blogger auf offener Straße attackiert. Der Vorfall ist kein Einzelfall. Vor dem Hintergrund der Proteste in den arabischen Ländern und der demokratischen Reformen in Birma fürchtet die vietnamesische Regierung den freien Informationsau




