Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Organspendeskandal
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Jahr erleben, hängt nicht zuletzt von der Bereitschaft der Mitbürger
ab, im Todesfall Herz, Lunge, Niere und Leben zu spenden. Hoffentlich
führt der Skandal bei der Vergabe von Organen nicht dazu, dass noch
weniger transplantiert wird. Zunächst einmal muss das Vertrauen in
das System wieder hergestellt werden. Darin sind sich Ärzte, Kassen
und Kliniken nach einem Sondertreffen einig. Mehr Transparenz und
schärfere Kontrollen sollen Tricksereien erschweren - auszuschließen
sind sie nie. Alle Beteiligten - Mediziner, Krankenhäuser und Beamte
- müssen wissen, dass sie ihre berufliche Existenz aufs Spiel setzen,
wenn sie betrügen. Und eine neue staatliche Behörde, die im
Zusammenhang mit der Organvergabe alles und jeden zusätzlich prüfen
sollen, kann kein Allheilmittel sein. So waren Unregelmäßigkeiten an
der Uniklinik Regensburg den Behörden bekannt. Passiert ist nichts.
Mehr Bürokratie hat noch nie geholfen, schon gar nicht den Patienten.
Spenderorgane halten nicht so lange, bis der letzte Stempel auf dem
Formular getrocknet ist.
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Andreas Kolesch
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Datum: 09.08.2012 - 19:45 Uhr
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Politik & Gesellschaft
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