Neue OZ: Kommentar zu Agrar / Proteste
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Wiesenhof hat ein Problem: Der Name wird mittlerweile mit allem
Schlechten in unserer Nahrungsmittelindustrie gleichgesetzt. Die
reflexhaften Reaktionen auf die Meldung, der Fleischproduzent könnte
Trikotsponsor beim Bundesligaclub Werder Bremen werden, machen das
deutlich. Die lange Reihe an Skandalen, mit denen Wiesenhof mal zu
Recht, mal zu Unrecht in Verbindung gebracht wird, hat den Ruf leiden
lassen.
Die Absicht hinter der Trikotwerbung ist offensichtlich: vom
positiven Image der Kicker von der Weser zu profitieren. Welche
PR-Abteilung hat sich diesen Coup bloß ausgedacht? Schließlich zeugt
er von einer Wahrnehmungsstörung. Die Protestwelle war absehbar, wenn
auch nicht in diesem Ausmaß. Aber die Wiesenhof- und Tiermastgegner
haben beeindruckend schnell gelernt, die Klaviatur der sozialen
Netzwerke in Sachen öffentliche Erregung zu spielen. Schneller noch
als die Industrie, die tollpatschig agiert. Eine Steilvorlage für
Peta-Aktivisten und Co.
Wiesenhof bleibt nur eines übrig: Deckung nehmen und warten, bis
sich der Sturm gelegt hat. Das geht im Internet schneller, als man
denkt. Und wenn kommende Saison in der Halbzeit die Würstchenbuden im
Weser-Stadion gestürmt werden, interessiert niemanden mehr, wie das
arme Schwein, Hähnchen oder was auch immer geschlachtet wurde.
Hauptsache, es ist billig und schmeckt. Die Diskussion um unser Essen
ist eben vor allem eins: verlogen.
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Datum: 09.08.2012 - 22:00 Uhr
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