Zehn Jahre nach der Flut: Elbe noch immer in Korsett / WWF zieht nüchterne Bilanz bei Ökologischem

Zehn Jahre nach der Flut: Elbe noch immer in Korsett / WWF zieht nüchterne Bilanz bei Ökologischem Hochwasserschutz. Deichrückverlegungen führen zu Interessenskonflikten mit Landwirtschaft.

ID: 697688
(ots) - Zwei Tage lang, am 12. und 13.
August 2002, regnete es im Einzugsgebiet der Elbe praktisch ohne
Unterbrechung. Es kam insbesondere in Sachsen und Sachsen-Anhalt zu
katastrophalen Überschwemmungen. Mehrere Menschenleben und insgesamt
rund elf Milliarden Euro Schaden - das war die Bilanz der
verheerenden Elbeflut im August 2002. Die Politik auf Bundes- und
Landesebene reagierte mit einem umfassenden Hochwasserschutzprogramm.
Doch statt dem damals einhelligen Ruf nach "mehr Raum für die
Flüsse", standen der Wiederaufbau der geschädigten Infrastruktur
sowie die Erhöhung der Deiche im Vordergrund. Nach WWF-Ansicht hat
sich dadurch an der Hochwasserrisikolage im Elbe-Einzugsgebiet nichts
verbessert.

"Die Elbe ist noch immer in ein gefährliches und unnatürliches
Korsett gezwängt", warnt WWF-Hochwasserexperte Georg Rast. Dass
Erhöhung und Verstärkung der Deiche gegenüber ihrer Rückverlegung ins
Landesinnere weiterhin dominieren, wiegt nach Ansicht von Rast dabei
am schwersten. Zusätzliche Überflutungsflächen seien derzeit nur in
zwei großen Pilotprojekten entstanden und in zwei weiteren in der
Umsetzung. Erschwerend kommen Faktoren wie etwa die voranschreitende
Neuversiegelung von Flächen hinzu. "Wenn wir alle durchgeführten und
geplanten Deichrückverlegungen an der Elbe zusammennehmen, kommen wir
auf gerade einmal ein Prozent der einstigen Überflutungsflächen. Das
ist angesichts der Milliardenschäden von 2002 nur ein Almosen für die
Elbe und ein Armutszeugnis, für das die Politiker beim nächsten
Hochwasser in Verantwortung genommen werden", kritisiert der
WWF-Referent. Natürlich gäbe es bei Deichrückverlegungen Konflikte
mit anderen Landnutzern und Interessensverbänden, vor allem der
Landwirtschaft, doch wenn ein ernsthaftes Interesse am ökologischen
und nachhaltigen Hochwasserschutz bestehe, dürfe man vor diesen


Auseinandersetzungen nicht zurückschrecken. "Der Elbe mehr Raum zu
geben erfordert zukünftig die Bereitstellung von landwirtschaftlich
genutzten Flächen. Dafür müssen ökonomisch und ökologisch tragfähige
Bewirtschaftungskonzepte mit der Landwirtschaft erarbeitet werden",
so Rasts Forderung.

Der WWF führt derzeit nahe Dessau ein entsprechendes Großprojekt
durch, dessen Herzstück eine Deichrückverlegung auf sieben Kilometern
Länge ist, wodurch 600 Hektar wertvolle Überflutungsfläche und
Auwälder entstehen würden. Derzeit wird am zweiten Bauabschnitt des
neuen Deichs gearbeitet. Es ist das größte Naturschutzprojekt dieser
Art in Deutschland.



Pressekontakt:
- Hintergrundinformationen zur Deichrückverlegung: www.wwf.de/elbe
- Interviewpartner: WWF-Hochwasserexperte Georg Rast, 030-311 777 208
- Footage & Bilder: Roland Gramling, WWF Pressestelle 030-311 777 425

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Sand unter! - Angriff der Monsterdünen
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 10.08.2012 - 10:43 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 697688
Anzahl Zeichen: 3058

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Berlin/Dresden/Dessau



Kategorie:

Umwelttechnologien



Diese Pressemitteilung wurde bisher 240 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Zehn Jahre nach der Flut: Elbe noch immer in Korsett / WWF zieht nüchterne Bilanz bei Ökologischem Hochwasserschutz. Deichrückverlegungen führen zu Interessenskonflikten mit Landwirtschaft."
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

WWF World Wide Fund For Nature (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Gemeinsam Kurs halten: Wie Unternehmen mit dem WWF ihre Nachhaltigkeitstransformation auch in Krisenzeiten voranbringen / WWF Case Studies-Präsentation mit Beiersdorf, Bosch Power Tools, EDEKA & ...
Die Zukunft gehört den Unternehmen, die heute handeln. Immer mehr Vorreiter der Wirtschaft zeigen, dass nachhaltige Transformation kein Risiko, sondern eine Investition in Resilienz, Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftssicherheit ist. In einer Zeit, in der die Dynamik rund um Nachhaltigkeit abnimmt,

Schenken und dabei Gutes tun / WWF gibt Tipps für nachhaltige Weihnachtsgeschenke ...
In der Weihnachtszeit wollen wir unseren Liebsten eine besondere Freude bereiten. Dabei können wir gleichzeitig etwas Gutes für unseren Planeten tun. Die Umweltschutzorganisation WWF hat dazu die passenden Geschenke: Mit einer Patenschaft oder Naturschutzurkunde verschenkt man aktiven Naturschut

Kartenset "Make it circular!" - Zirkuläre Geschäftsmodelle spielerisch kennenlernen / Strategiespiel zu Circular Economy von acatech und WWF Deutschland ...
Wie starten mittelständische Unternehmen erfolgreich in die Kreislaufwirtschaft? Diese Frage stellen sich viele auf dem Weg zur Klimaneutralität bis spätestens 2045 und angesichts der Übernutzung der natürlichen Ressourcen. Dafür spielt der Übergang von einer linearen Wirtschaft zu einer ec


Weitere Mitteilungen von WWF World Wide Fund For Nature


Sand unter! - Angriff der Monsterdünen ...
Weltweit tragen zunehmende Trockenheit und steigende Windgeschwindigkeit die Böden ab. Die Folge: Es entsteht mehr Sand - Baumaterial für Wanderdünen. Wie die Zeitschrift P.M. MAGAZIN (Ausgabe 09/2012, ab heute im Handel) berichtet, sind die großen Wüsten bereits bedrohlich in Bewegung gera

NABU mit positiver Bilanz 2011 -Über 500.000 Mitglieder und Förderer - Tschimpke: Mehr Engagement bei Agrarreform, Energiewende und Artenschutz nötig ...
Der NABU hat das Jahr 2011 mit einer positiven Bilanz abgeschlossen. Auch im vergangenen Jahr ist der Verband weiter gewachsen und kann mit über 500.000 Mitgliedern und Förderern auf breite Unterstützung in der Bevölkerung bauen. "Der NABU bleibt eine starke Stimme, das macht uns froh

"Internationaler Tag der Jugend": DBU führt Nachwuchs an Umweltthemen heran - Fernsehköchin Sarah Wiener und Musiker Peter Maffay unterstützen ...
Fernsehköchin Sarah Wiener und Musiker Peter Maffay unterstützen - "Internationaler Tag der Jugend" am 12. August Umwelt: für viele junge Leute ein abstrakter, oft zu komplexer Begriff. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) blickt zum vierzehnten "Internationalen Tag der

Der Kampf ums Wasser ZDF-Umweltreihe "planet e."über ein Forschungsprojekt im Jordan-Tal ...
Monatelange Dürren, versiegende Flüsse, Menschen ohne Trinkwasser - das Jordan-Tal steht ganz oben auf der Liste der globalen Wasserstress-Gebiete. Die Gründe dafür sind vielfältig: Unachtsamer Umgang, jahrzehntelanges Missmanagement sowie ungleiche Wasserverteilung treiben die Menschen in


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z