Neue OZ: Kommentar zu Katastrophenschutz / Kritik von Atomkraftgegnern
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Niedersachsens Behörden und Atomkraftgegner machen es sich zu
einfach: Die einen behaupten, sie würden sich beim Thema
Evakuierungszonen an gültige Vorgaben halten. Stimmt. Die anderen
sagen, das reiche nicht aus. Stimmt wohl auch. Und der Bürger im
Schatten der Meiler? Der bleibt etwas ratlos zurück. Von den
Atomkraftgegnern ist man schon lange nichts anderes gewohnt als den
verbalen Holzhammer. Dass sie trotz des näher rückenden Ausstiegs
verbal abrüsten, war wohl eine vergebliche Hoffnung. Warum aber geben
die Behörden nicht zu, dass Notfallpläne - das gilt auch für
diejenigen, die für die AKW Lingen und Grohnde ausliegen - nach
wissenschaftlichen Erkenntnissen überholt sind? Das ist aus
Bürgersicht unerklärlich. Die gültigen Richtlinien basieren auf
Vorgaben, die vor der Atomkatastrophe von Fukushima aufgestellt
worden sind. Eine Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz aber
zeigt: Tritt über längere Zeit radioaktive Strahlung aus einem AKW
aus, reichen die Notfallpläne unter gewissen Umständen nicht mehr
aus.
Es ist zwar richtig, dass diese Studie noch keine Berücksichtigung
bei den Rahmenempfehlungen gefunden hat. Die Überprüfung läuft. Dafür
können die Behörden auf Kreis- und Landesebene nichts. Das sollten
sie aber offener kommunizieren. So bleibt der Eindruck, dass die
Jodtabletten für den atomaren Notfall doch nichts anderes sind als
Beruhigungspillen gegen eine unkontrollierbare Katastrophe.
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Datum: 15.08.2012 - 22:00 Uhr
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