Westfalen-Blatt: zum Thema Arbeit:

Westfalen-Blatt: zum Thema Arbeit:

ID: 703400
(ots) - Es ist noch nicht einmal zehn Jahre her, da
haben sich Hinterbänkler und Verbandsvertreter darin überboten,
Vorschläge zu einer Verlängerung der Arbeitszeit zu machen. Beliebt
waren Verkürzung der Urlaubszeit und die Streichung von Feiertagen.
Zum Beleg für das angebliche Freizeitparadies Deutschland wurden
Statistiken vorgelegt, die glauben machten, die Deutschen seien die
faulsten Säcke Europas. Es schien, als arbeiteten sie nur noch, um
die Pausen zwischen ihren vielen freien Tagen zu füllen. Die
Statistiken haben sich verändert. Aus faulen Säcken sind Workaholics
geworden. Geblieben ist nebenbei für Deutschland die Rolle des
Buhmanns. Früher wurde der Kanzler gescholten, weil die Lokomotive
der europäischen Volkswirtschaften nicht mehr unter Dampf gestanden
hat. Heute muss sich die Kanzlerin sagen lassen, dass Nachbarländer
durch den Dampf, den deutsche Hersteller erzeugen, nicht mehr bis zur
Spitze sehen können. Abgesehen davon, dass hinter jeder Statistik ein
Auftraggeber steht, der mit dem Ergebnis etwas bezweckt, lässt sich
speziell das Thema Arbeit kaum noch in einfachen Zahlen
zusammenfassen. Der Beruf ist heute weniger denn je nur Mittel um zu
leben. Er ist für viele das Leben selbst. In ihr finden sie
Anerkennung und soziale Kontakte. Gäbe es die Arbeit nicht, müsste
sie erfunden werden. Diese findet man in großer Zahl in allen
Arbeitsstufen, unter Gärtnern und Verkäufen genauso wie unter
Managern und Professoren. Sogar viele, die im Biergarten über ihren
Job schimpfen, wollen ihn um Himmels willen nicht missen. Statistiken
erfassen nur die Arbeitszeit, die tariflich festgelegt und
protokolliert wird. Vielleicht können Umfragen noch herausfinden, ob
jemand zu Hause weiter über betriebliche Angelegenheiten nachsinnt,
ob er für den Chef auch außerhalb der Arbeitszeit erreichbar ist und


ob er Fachliteratur mit in den Urlaub nimmt. Schwer erfassen lässt
sich, ob er es freiwillig und gern macht. Klar ist nur, dass
Übertreibung, auch wenn sie aus Lust geschieht, oft zum Burnout
führt. Arbeitnehmer haben heute ein anderes Verhältnis zum
Arbeitgeber als noch im vergangenen Jahrhundert. Der Gegensatz
zwischen Arbeit und Kapital ist aufgeweicht. Aus dem »Die da oben«
und »Wir da unten« ist ein »Wir im Betrieb« geworden. Nicht überall.
Aber diese Firmen, in denen die Zusammenarbeit so funktioniert,
setzen sich durch. Beide Seiten sind aufeinander zugegangen: Die
Arbeitnehmer anfangs vielleicht aus der berechtigten Furcht, bei
einer Insolvenz arbeitslos zu werden und ihre Lebensgrundlage zu
verlieren. Die Arbeitgeber, indem sie in der vergangenen Krise ihre
Stammbelegschaft - unter Zuhilfenahme von Leiharbeit und Kurzarbeit -
bei der Stange hielten. Der demographische Wandel und
Facharbeitermangel verstärken den Trend. Sie werden auch dazu führen,
dass negative Auswüchse wie Ausbeutung von Praktikanten und
Leiharbeitern und extreme Niedriglöhne hoffentlich bald der
Vergangenheit angehören.



Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Ad hoc: co.don AG - co.don AG beschließt Erhöhung des Grundkapitals Westfalen-Blatt: zum Thema EZB-Anleihekäufe:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 20.08.2012 - 20:15 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 703400
Anzahl Zeichen: 3405

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Bielefeld



Kategorie:

Wirtschaft (allg.)



Diese Pressemitteilung wurde bisher 376 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalen-Blatt: zum Thema Arbeit:"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Westfalen-Blatt (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

WESTFALEN-BLATT - Till Brönner: "Nichts aus Corona gelernt" ...
Der international renommierte Jazz-Trompeter Till Brönner befürchtet, dass Politik und Gesellschaft nichts aus der Zeit der Corona-Pandemie gelernt haben. "Das Erste, was wir tun, wenn es eng wird, ist ausgerechnet unsere DNA, nämlich die Kultur- und die Veranstaltungsbranche und die, die un

34 Polizeischüsse: Autofahrer gelähmt, Ermittlungen eingestellt ...
Die 34 Schüsse, die Polizisten vor zwei Jahren in Bad Salzuflen auf einen Audi und seinen Fahrer (19) abgegeben hatten, bleiben ohne strafrechtliche Folgen - es wird keinen Prozess geben. Die Staatsanwaltschaft Detmold hat nach WESTFALEN-BLATT-Informationen das Verfahren gegen die beiden Herforder

NRW: Polizei überwacht afghanischen Sexualtäter ...
Im Kreis Herford (NRW) wird ein afghanischer Sexualstraftäter in Absprache mit dem Landeskriminalamt "engmaschig" von der Polizei überwacht. Der 24-Jährige, der als rückfallgefährdet gilt, hatte nach einer Sexualtat eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten verbüßt und war in


Weitere Mitteilungen von Westfalen-Blatt


Westfalen-Blatt: zum Thema Breitband-Ausbau via Funktechnik LTE: ...
Ein schneller Zugang zum Internet ist längst so wichtig wie eine gute Verkehrsanbindung für einen Gewerbebetrieb, die top Lage einer Immobilie oder ein Autobahnnetz für eine ganze Region. Die Funktechnik LTE ist vor allem für die bislang von den Breitbandnetzen abgehängten ländlichen Bereich

Westfalen-Blatt: zum Thema EZB-Anleihekäufe: ...
Für die hoch verschuldeten Südländer wäre es die Lösung: Die EZB kauft ihnen Anleihen zu einem zuvor gedeckelten Zinssatz ab. Damit wären Spanien, Italien und Co. dem Würgegriff der Finanzmärkte entronnen. Es verwundert nicht, dass EZB-Präsident Mario Draghi offenbar an einer derartigen S

Börsen-Zeitung: Objekt der Begierde, Kommentar zur Ankündigung der CME Group, eine europäische Derivatebörse in London zu errichten, von Christopher Kalbhenn. ...
An einem Mangel an Terminbörsen wird Europa in der Zukunft wohl kaum leiden. Mit der CME Group wird auch der nach Handelsvolumen weltweit größte Terminmarktbetreiber die Arena betreten. Der europäische Derivatemarkt ist derzeit ein Objekt der Begierde, und zwar im börslichen und im außerbÃ

WAZ: Der Preis unseres Wohlstands - Kommentar von Wolfgang Mulke ...
Die Arbeitswelt erlebt eine rapide Veränderung. In den 70er-Jahren erkämpften die Gewerkschaften niedrigere Arbeitszeiten, in den 90ern setzten viele Betriebe mit staatlicher Hilfe ältere Arbeitnehmer vor die Tür. Der neue Trend bedeutet mehr Flexibilität und eine größere Palette an Arbei


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z