Westfalen-Blatt: zum Thema EZB-Anleihekäufe:
ID: 703401
Lösung: Die EZB kauft ihnen Anleihen zu einem zuvor gedeckelten
Zinssatz ab. Damit wären Spanien, Italien und Co. dem Würgegriff der
Finanzmärkte entronnen. Es verwundert nicht, dass EZB-Präsident Mario
Draghi offenbar an einer derartigen Strategie feilt: Draghi ist
Italiener und wird - kaum überraschend - in seinem Kurs auch von
Spanien und Portugal unterstützt. Die reicheren Nordstaaten - allen
voran Deutschland - stecken in der Zwickmühle. Einerseits müssen sie
die Eurokrise nach fast drei Jahren endlich beenden. Da täte es gut,
den Spekulanten, die gegen den Euro wetten, die Luft aus den Segeln
nehmen. Andererseits wäre es aber fatal, wenn die EZB dafür als Bank
fungiert, die unbegrenzt Gelder auf den Markt wirft, die
Schuldenprobleme quasi mit der Notenpresse löst. Folge: Der
Reformdruck auf klamme Südstaaten würde nachlassen und die Inflation
steigen. Davon wären auch die Ersparnisse der Bürger betroffen.
Wieder einmal soll an den Symptomen herumgedoktert werden. Die
eigentliche Ursache der EU-Krise, die schwache Wirtschaftskraft
vieler Länder, bleibt.
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Datum: 20.08.2012 - 20:15 Uhr
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