"Mein Körper gehört mir!" / Kinderrechtskampagne gegen Zwangsbeschneidung gestartet
ID: 704465
Mit dieser entschiedenen Aussage ist heute, ein Tag vor der
öffentlichen Sitzung des Deutschen Ethikrats, die
Kinderrechtskampagne der Giordano-Bruno-Stiftung gestartet. "Ziel der
Kampagne ist es, die geplante Legalisierung medizinisch unnötiger
Vorhautbeschneidungen zu verhindern", erklärt Stiftungssprecher
Michael Schmidt-Salomon. "Denn die Zwangsbeschneidung ist keine
Bagatelle, wie so oft behauptet wird, sondern ein durch nichts zu
rechtfertigender Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht und die
körperliche Unversehrtheit des Kindes."
Auf der heute freigeschalteten Website www.pro-kinderrechte.de
führt der von der Stiftung ins Leben gerufene "Arbeitskreis
Kinderrechte", dem u.a. der Strafrechtler Holm Putzke angehört,
zahlreiche medizinische, psychologische, politische und juristische
Argumente auf, die diese Einschätzung belegen. Tragischerweise, so
die Experten des "AK Kinderrechte", sei das Wissen über die
tatsächlichen Folgen der Vorhautbeschneidung, die sehr wohl mit
"milderen" Formen der weiblichen Genitalbeschneidung vergleichbar
sei, in der Gesellschaft kaum vorhanden. So wüssten viele Eltern
nicht, dass Säuglinge während der Beschneidung besonders schwere
Schmerzen erleiden, weil das schmerzunterdrückende System erst Monate
nach der Geburt funktionstüchtig sei. Fallen die Kinder aufgrund der
ungefilterten Qualen in einen traumatischen Schockzustand, würden die
Eltern die plötzliche Ruhe sogar als Zeichen für die vermeintliche
Harmlosigkeit der Beschneidung fehlinterpretieren.
In der hier zum Ausdruck kommenden "fehlenden Aufklärung
beziehungsweise gezielten Desinformation der Eltern" liegt nach
Ansicht des "AK Kinderrechte" das "Hauptproblem der gegenwärtigen
Debatte": "Wüssten die Eltern über die dramatischen Konsequenzen der
Zirkumzision Bescheid, müsste man über ein Beschneidungsverbot gar
nicht mehr diskutieren, da die meisten Mütter und Väter von sich aus
den Gedanken verwerfen würden, ihre Kinder beschneiden zu lassen." Um
nun im Sinne der Kinderrechte Druck auf die deutsche Politik
auszuüben, hat die Giordano-Bruno-Stiftung eine Plakatkampagne
entworfen, bei der sie auf möglichst breite Unterstützung seitens der
Bevölkerung hofft. Dazu heißt es auf der Website
www.pro-kinderrechte.de: "Mit jedem Euro, den Sie der Aktion zur
Verfügung stellen, können wir mehr Plakatflächen mieten und damit die
Wahrnehmung unseres Anliegens in der Öffentlichkeit stärken. Denn nur
durch einen vehementen Protest der Bevölkerung wird die angestrebte
Legalisierung der Zirkumzision noch verhindert werden können. Machen
wir den Verantwortlichen in Politik und Justiz unmissverständlich
klar, dass Zwangsbeschneidung Unrecht ist - auch bei Jungen!"
Pressekontakt:
Philipp Möller, Tel: +49(0)178/8877663,
p.moeller(at)giordano-bruno-stiftung(punkt)org
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Datum: 22.08.2012 - 08:31 Uhr
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