Prominenter Spion Assads genießt unbehelligt Asyl in Mainz - Bundesanwaltschaft hatte 2002 Anklage nach Regierungsintervention zurückgezogen
ID: 705349
syrischen Diktators Assad eingestufte Ahmad al-Y. lebt nach
Recherchen des ARD-Politikmagazins "Panorama" als anerkannter
Asylbewerber in Mainz. Durch die Spitzeltätigkeit von al-Y. sollen
in Deutschland lebende syrische Regimegegner bei Reisen in die Heimat
festgenommen und gefoltert worden sein.
Deshalb hatte der Generalbundesanwalt bereits im Jahr 2002 in
einem spektakulären Verfahren Anklage gegen al-Y. und den syrischen
Botschaftsmitarbeiter Ahmad I. erhoben. Am 22.7.2002 - dem Tag vor
Beginn der Hauptverhandlung am Oberlandesgericht Koblenz - zog er die
Anklage auf Intervention der Bundesregierung zurück. Der damalige
Vorsitzende Richter Hartmut von Tzschoppe bezeichnet die Beweislage
gegen die beiden Angeklagten in "Panorama" als "eindeutig". Eine
Verurteilung wäre "wahrscheinlich" gewesen.
Der Generalbundesanwalt stellte das Verfahren damals nach § 153d
der Strafprozessordnung ein. Auf die Anfrage von "Panorama" zur
Intervention der Bundesregierung erklärt die Behörde jetzt, "unter
Hinweis auf die geopolitische Lage bei der Bekämpfung des
internationalen Terrorismus wurde der Bundesanwaltschaft vor Beginn
der Hauptverhandlung mitgeteilt, dass einer weiteren Verfolgung der
seinerzeit Angeklagten überwiegende Interessen der Bundesrepublik
Deutschland entgegenstehen. (...) Einzelheiten über die Hintergründe
waren der Bundesanwaltschaft nicht mitgeteilt worden."
Die Intervention kam vom Bundesjustizministerium. Der dort damals
zuständige Staatssekretär Hansjörg Geiger wurde später in einem
Untersuchungsausschuss des Bundestages vernommen. Im Abschlussbericht
des Ausschusses vom 18.6.2009 heißt es dazu: "Auf Vorhalt hat der
Zeuge Dr. Geiger erklärt, es könne sehr wohl sein, dass ihn der Chef
des Bundeskanzleramtes angerufen und gesagt habe, dass aus Sicht der
Bundesregierung Sicherheitsbelange absoluten Vorrang haben". Der
damalige Kanzleramtschef war Frank-Walter Steinmeier, heute
SPD-Fraktionsvorsitzender. Auf Anfrage von "Panorama" wollte er sich
zu diesem Vorgang nicht äußern.
Ahmad al-Y genießt seit 2007 Asyl in Deutschland. Er kann wegen
seiner Agententätigkeit nicht erneut verfolgt werden wegen des
rechtsstaatlichen Verbotes, zweimal in derselben Sache angeklagt zu
werden. In "Panorama" beteuert er seine Unschuld.
"Panorama": Donnerstag, 23. August, 21.45 Uhr, Das Erste
Weitere Informationen zur Sendung finden Sie unter
www.Panorama.de. Fotos: www.ARD-Foto.de
23. August 2012 / IB
Pressekontakt:
NDR / Das Erste
NDR Presse und Information
Telefon: 040 / 4156 - 2304
Fax: 040 / 4156 - 2199
http://www.ndr.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 23.08.2012 - 06:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 705349
Anzahl Zeichen: 3036
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Hamburg
Kategorie:
Außenhandel
Diese Pressemitteilung wurde bisher 411 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Prominenter Spion Assads genießt unbehelligt Asyl in Mainz - Bundesanwaltschaft hatte 2002 Anklage nach Regierungsintervention zurückgezogen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
NDR / Das Erste (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Ein ungewöhnliches Familienkomplott, verdeckte Identitäten und überraschende Wendungen – das sind die Zutaten des neuen „Nord bei Nordwest“-Films „Zimtschwestern“ (Arbeitstitel), der derzeit im Auftrag von ARD Degeto Film und NDR für die ARD auf Fehmarn sowie in Hamburg und Umgebung en
NDR: EU beklagt GPS-Störungen durch Russland als hybriden Angriff / Piloten berichten in ARD Doku, dass sie Alarmfunktionen teilweise abschalten ...
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat Recherchen des NDR bestätigt, wonach Russland im Ostseeraum mutmaßlich großflächig die Navigationssignale für den Luft- und Seeverkehr stört. „Natürlich sind das hybride Attacken, die wir nicht als neue Normalität hinnehmen dürfen“, sagt Kallas i
NDR Recherchen: Bundeseigene Gasfirma bat russische Regierung indirekt um Wiederaufnahme von Gaslieferungen ...
Die bundeseigene Gas-Handelsfirma SEFE hat nach Recherchen des NDR die russische Regierung im Jahr 2023 indirekt um die Wiederaufnahme von Erdgas-Lieferungen gebeten. Vorausgegangen war nach NDR Recherchen mindestens ein Treffen des SEFE-Chefs Egbert Laege mit dem Chef des russischen Gaskonzerns N
Weitere Mitteilungen von NDR / Das Erste
Neue OZ: Kommentar zu Hollande ...
Neue Osnabrücker Zeitung, Donnerstagausgabe vom 23. August 2012, Nr. 197 Guter Stil, mangelnde Substanz Als sozialistischer Präsident Frankreichs hat François Hollande es nicht leicht: Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Europäischen Union steuert auf eine Rezession zu, die Staatssch
Weser-Kurier: Zur Räumung der russichen Marinebasis Tartus in Syrien schreibt der Bremer "Weser-Kurier" in seiner Ausgabe vom 23. August: ...
Seit Beginn der Auseinandersetzungen in Syrien hat sich die russische Führung als Schutzmacht des Assad-Regimes präsentiert. Kremlkritische Experten warnen längst, dass sich Russland mit dieser Position nach einem Machtwechsel in Syrien alle Sympathien verspielen könnte. Die Evakuierung der
Rheinische Post: Kommentar zum US-Wahlkampf: Romney unter Druck ...
Es mag ein verbaler Ausrutscher gewesen sein, eine so unsinnige Bemerkung, dass sie Todd Akin mehr beißenden Spott einträgt als wütende Proteste. Dass der weibliche Körper im Falle "legitimer" Vergewaltigungen eine Schwangerschaft zu verhindern wisse - dieser Unsinn dürfte den Kaba
WAZ: Heuchler auf Hexenjagd. Kommentar von Dirk Hautkapp ...
Eine souveräne Partei mit einem klaren Kraftzentrum hätte ein Irrlicht wie den extremistischen Abtreibungsgegner Akin rasch ins Leere laufen lassen. Die Republikaner sind aber keine souveräne Partei. Ein gemäßigter Flügel wünscht sich Augenmaß in der Gesellschaftspolitik. Der andere Teil




