EU-Verwaltungen unterstützen Wachstum durch Bürokratieabbau
ID: 705515
Bürokratie-Barrieren ab, in Frankreich laufen 100 Projekte zur
Vereinfachung der Verwaltungsabläufe, und die Niederlande wollen bis
2015 sechs Milliarden Euro Verwaltungsausgaben durch einfachere
Verfahren senken. EU-weit ist die öffentliche Verwaltung dabei, ihren
Beitrag für neue Wachstumsimpulse zu leisten. Bürokratische Hürden
für Wirtschaft und Bürger sollen drastisch abgebaut werden. Das
ergibt die europaweite qualitative Untersuchung "Beyond Efficiency:
Public Administration Transformation" der Steria Gruppe, für die
hochrangige Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung befragt wurden.
Einer der Vorreiter beim Bürokratieabbau ist Belgien. Das Land hat
bereits 1998 damit begonnen, gezielt Hemmnisse für die Wirtschaft zu
beseitigen. Die eigens dafür eingerichtete Administrative
Simplification Agency (ASA) führte zwischen 2000 und 2010 rund 200
Projekte durch. Der Anteil der Bürokratiekosten sank im selben
Zeitraum von 2,55 Prozent auf 1,45 Prozent, gemessen am
Bruttoinlandsprodukt. Gleichzeitig führten die Maßnahmen zu
Vereinfachungen für Unternehmen, neue Mitarbeiter einzustellen. Der
Anteil der Unternehmen, die keine Mitarbeiter einstellten, ging im
gleichen Zeitraum zurück - von rund einem Prozent auf 0,36 Prozent.
Das wirtschaftlich gebeutelte Spanien hat ebenfalls zahlreiche
Vorhaben auf den Weg gebracht, Unternehmen und Bürger beim Umgang mit
Behörden zu entlasten. Ministerien, die Regionen sowie 3.000
Gemeinden sind nun besser vernetzt; so werden Rückfragen vermieden
und Daten schneller ausgetauscht. Mit der Einführung des
elektronischen Personalausweises können zudem Bewilligungen durch die
Behörden schneller erteilt werden. 27 Millionen elektronische
Ausweise wurden bereits ausgegeben. Darüber hinaus hat Spanien einen
so genannten One-Stop-Shop für neue Unternehmer eingerichtet. Dieser
Service erleichtert den Gang in die Selbstständigkeit, indem der
Firmengründer sämtliche benötigten Informationen und Erfordernisse
zentral von einer Stelle erhält. Das Abklappern etlicher
Behördenstellen entfällt.
Deutschland startete sein Programm zum Abbau von Bürokratie 2006.
Dieses fällt allerdings angesichts von Bürokratiekosten in den
Unternehmen von mehr als zwei Milliarden Euro eher bescheiden aus.
Das Ziel ist, insgesamt 50 Millionen Euro einzusparen. Bis 2011
gelang es, die Kosten um rund elf Millionen Euro zu senken. Das ist
weniger als ein Prozent der Gesamtsumme.
"Beim Abbau bürokratischer Hürden entdecken die Verwaltungen
zunehmend den Bürger als nützlichen Hinweisgeber", sagt Peter Krolle,
Experte für Finanzen und Verwaltungssteuerung von Steria Mummert
Consulting. "Bei zentralen Anlaufstellen können Bürger und
Unternehmen auf Hindernisse durch Verwaltungsvorschriften aufmerksam
machen und Vorschläge einreichen", so Krolle.
Hintergrundinformationen
Für die von Global Futures and Foresight (GFF) im Auftrag der Steria
Gruppe durchgeführte Untersuchung wurden 62 hochrangige
Verwaltungsbeamte in Großbritannien, Frankreich, Deutschland,
Spanien, Norwegen und den Niederlanden nach ihrer Einstellung zur
Zukunft der öffentlichen Verwaltungen befragt. Die Studie wurde im
Februar und März 2012 in einer Kombination von E-Mail- und
Telefonbefragungen durchgeführt.
Die komplette Untersuchung steht in englischer Sprache kostenlos als
Download bereit unter:
http://www.steria.com/beyondefficiency/
Pressekontakt:
Steria Mummert Consulting
Birgit Eckmüller
Tel.: +49 (0) 40 22703-5219
E-Mail: birgit.eckmueller@steria-mummert.de
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Tel.: +49 (0) 40 253 185-111
E-Mail: joerg.forthmann@faktenkontor.de
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Datum: 23.08.2012 - 10:00 Uhr
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