Bankenaufsicht: Götzl nimmt Bundesregierung in die Pflicht

Bankenaufsicht: Götzl nimmt Bundesregierung in die Pflicht

ID: 714284
(ots) - Die aktuelle Diskussion darüber, wie eine
europäische Bankenaufsicht ausgestaltet werden kann, braucht mehr
Zielorientierung. Das fordert Stephan Götzl, Präsident des
Genossenschaftsverbands Bayern (GVB). Aus seiner Sicht ist eine
Lösungsvariante anzustreben, die möglichst zwei Anforderungen
entspricht. Zum einen müssen bestehende Aufsichtsdefizite beseitigt
werden. Diese betreffen in erster Linie die mangelnde
aufsichtsrechtliche Erfassung der Geschäfte und Risiken großer, vor
allem international tätiger Banken. Zum anderen muss die Gefahr
minimiert werden, dass es zu aufsichtsgetriebenen beziehungsweise
politischen Marktstrukturveränderungen in funktionierenden
Bankensystemen kommt. "Insbesondere die jetzigen Vorschläge zur
europäischen Bankenaufsicht müssen auch im Kontext diverser
zurückliegender Versuche der EU-Kommission gewertet werden, in das
bewährte dreigliedrige deutsche Bankensystem einzugreifen", sagt
Götzl, der weiter festhält: "Schon in der Vergangenheit hatte die
Brüsseler Behörde ohne Grund immer wieder die Volksbanken und
Raiffeisenbanken im Visier."

Der Präsident der bayerischen Kreditgenossenschaften tritt für ein
Modell ein, bei dem sich die Europäische Zentralbank ausschließlich
auf große und grenzüberschreitend tätige Banken konzentriert. "Die
Zuständigkeit für die Aufsicht muss zwischen EZB und den nationalen
Behörden geteilt werden", fordert der GVB-Präsident. Das würde auch
einer konsequenten und richtigen Interpretation des
Subsidiaritätsprinzips entsprechen. Demzufolge soll nur die Kontrolle
über jene Banken auf die höhere europäische Ebene delegiert werden,
die auf der nationalen Ebene nicht wirksam zu leisten ist.

Die Pläne von EU-Kommissar Michel Barnier, eine Aufsicht über
6.000 Banken in den 17 Euro-Staaten zu errichten, lehnt Götzl deshalb


vehement ab. "Auch, weil ich erhebliche Zweifel an der praktischen
Umsetzbarkeit einer zentralen Überwachung vieler Tausend Banken habe.
Darüber hinaus wäre ein gemeinsames europäisches Verwaltungsrecht
zwingende Voraussetzung, um einheitliche Aufsichtsverhältnisse zu
schaffen. Das wird es auf die Schnelle aber kaum geben."

Zudem verweist Götzl darauf, dass mehr als ein Drittel der von der
EZB zu beaufsichtigenden Banken deutsche Institute seien, wenn sich
Barnier mit seinem Vorhaben durchsetzt. "Deutschland wäre damit der
von der EZB-Aufsicht am stärksten betroffene Bankenmarkt. Und das,
obwohl er der stabilste in der Euro-Zone ist sowie im Verhältnis die
geringste Anzahl systemrelevanter Banken hat. Angesichts dieser
Fakten sind die Pläne Barniers rational nicht nachvollziehbar."

Götzl nimmt daher die Bundesregierung in die Pflicht. Er erwartet,
dass sie sich bei der Ausgestaltung der europäischen Bankenaufsicht
für das einsetzt, was sie bei den Regelungen für die Reorganisation
von Banken im Rahmen des deutschen Restrukturierungsgesetzes
seinerzeit geleitet hat: "Nämlich eine Unterscheidung zwischen großen
Banken, von denen systemische Gefahren für die Volkswirtschaft
ausgehen, und regionalen Banken, die elementar für die
Kreditversorgung der mittelständischen Wirtschaft sind," so der
GVB-Präsident.



Pressekontakt:
Dr. Jürgen Gros
Pressesprecher
Genossenschaftsverband Bayern e. V.
Türkenstraße 22-24, 80333 München
Tel. 089 / 2868 - 3402
Fax. 089 / 2868 - 3405
Mail: presse@gv-bayern.de
Web: www.gv-bayern.de/presse

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  stern-Umfrage: Merkel genießt das höchste Vertrauen - Westerwelle und Rösler weiter Schlusslichter Apothekenhonorar: ABDA unterstützt regionale Proteste
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 05.09.2012 - 10:12 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 714284
Anzahl Zeichen: 3821

Kontakt-Informationen:
Stadt:

München



Kategorie:

Bundesregierung



Diese Pressemitteilung wurde bisher 203 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Bankenaufsicht: Götzl nimmt Bundesregierung in die Pflicht"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Genossenschaftsverband Bayern (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Zur Grünen-Forderung nach Deckelung der Dispozinsen / Der Dispozins taugt nicht zum Wahlkampf ...
Der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) ruft angesichts der Forderungen nach einer Deckelung von Dispozinsen zu einer sachlichen Debatte auf. Bündnis 90/Die Grünen-Vorsitzender Robert Habeck hat heute in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur gefordert, die Dispozinsen zu deckeln, und be

VEDES Einkaufsleiter gibt Geschenktipps zu Weihnachten / Spielerisches Teambuilding für die Familie an Weihnachten ...
Brett- und Gesellschaftsspiele erfreuen sich seit Jahren zunehmender Beliebtheit. An diesem Weihnachtsfest dürften viele Spiele dieser Art unter dem Christbaum liegen. "Ein Riesen-Trend sind derzeit die sogenannten Exit-Spiele", erklärt Julius Grimm, Einkaufsleiter bei der GVB-Mitgliedsg

Bayerns Volksbanken Raiffeisenbanken vergeben Journalistenpreise / Bekanntgabe Preisträgerinnen und Preisträger 2020 ...
Die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken haben ihre Journalistenpreise für herausragende publizistische Arbeiten vergeben. Die drei mit insgesamt 20.000 Euro dotierten Auszeichnungen gingen an einen Volontärsjahrgang des Bayerischen Rundfunks (BR), BR-Autorin Sabine Lindlbauer und den Nach


Weitere Mitteilungen von Genossenschaftsverband Bayern


stern-Umfrage: Merkel genießt das höchste Vertrauen - Westerwelle und Rösler weiter Schlusslichter ...
Die Deutschen haben weiter das größte Vertrauen in Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Im Politiker-Ranking des Hamburger Magazins stern, in dem die Bürger den wichtigsten bundespolitischen Akteuren Punkte von 0 (für "kein Vertrauen") bis 100 (für "sehr großes Vertrauen"

DIE ZEIT veröffentlicht Prominenten-Appell gegen Kirchenspaltung ...
23 prominente Katholiken und Protestanten aus Politik, Kultur und Sport fordern in einem gemeinsamen Appell ihre Kirchen zu einer Überwindung der Spaltung in zwei Konfessionen auf. In dem Aufruf "Ökumene jetzt", den die Wochenzeitung DIE ZEIT in ihrer kommenden Ausgabe veröffentlich

Wolfgang Steiger: Bundesministerin von der Leyen spielt mit denÄngsten vieler Bürger ...
"Die Äußerungen der Bundesministerin von der Leyen zu einer angeblich drohenden Altersarmut weiter Teile der Bevölkerung, stellt aus Sicht des Generalsekretärs des Wirtschaftsrates Deutschlands eine nicht hinzunehmende Verunsicherung der Arbeitnehmer in Deutschland dar. Durch diesen

BVR: Arbeitsmarktaufschwung schwächt sich ab - Politik sollte Beschäftigungshemmnisse beseitigen ...
Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) rechnet in seinem aktuellen Konjunkturbericht damit, dass sich der Aufschwung am deutschen Arbeitsmarkt zwar fortsetzen wird, aber an Kraft verliert. Hierauf deutet auch der heute von der Bundesagentur für Arbeit gemeldete l


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z