IKK e.V.: Statt Prämienzahlungen - Rückkehr zur Beitragssatzautonomie und mehr Wettbewerb / Innungskrankenkassen positionieren sich als erste Kassenart zur Bundestagswahl 2013
ID: 715370
ihr Positionspapier für die zukünftige Gesundheitspolitik nach der
Bundestagswahl 2013 vor, das der IKK e.V. heute auf seiner
Mitgliederversammlung einstimmig beschlossen hat. "Die
Innungskrankenkassen leisten mit den von Arbeitgeber- und
Versichertenvertretern gemeinsam getragenen Forderungen ihren Beitrag
für eine finanziell starke und zukunftsfähige GKV", sagt Hans-Jürgen
Müller, Vorstandsvorsitzender des IKK e.V.
Besonderes Augenmerk bei der Positionierung der
Innungskrankenkassen liegt dabei auf eine nachhaltig gesicherte
Finanzierung der GKV. "Nur mit einem soliden finanziellen Fundament
können wir das hohe Niveau der medizinischen Versorgung auch
zukünftig aufrechterhalten", so Müller. Für die Innungskrankenkassen
ist das Prinzip der Umlagefinanzierung Ausdruck einer solidarischen
und belastungsgerechten Finanzierung der GKV. "Der alleinige
Lohnkostenbezug muss allerdings auf den Prüfstand", sagt Hans Peter
Wollseifer, Vorstandsvorsitzender des IKK e.V. Zudem sollen
nicht-personalintensive, umsatz- und ertragsstarke Unternehmen einen
zusätzlichen finanziellen Beitrag im Sinne einer Solidarabgabe
leisten. Wollseifer: "Es kann nicht sein, dass klein- und
mittelständische Unternehmen mit vielen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern die Hauptlast der sozialen Sicherung zu tragen haben."
Außerdem gilt es, mindestens die gesamtgesellschaftlichen Aufgaben
der GKV über Steuermittel zu finanzieren. "Mit unseren mehr als 5,5
Millionen Versicherten und Arbeitgebern fühlen wir uns dem
Mittelstand sowie dem Handwerk besonders verpflichtet", so
Wollseifer.
Der von der Politik forcierte Preiswettbewerb über die
Zusatzbeiträge ist aus Sicht der Innungskrankenkassen gescheitert.
Daher fordern sie, den GKV-Einheitsbeitrag abzuschaffen und die
Beitragssatzautonomie wiederherzustellen.
Die Innungskrankenkassen bekennen sich zum Wettbewerb. Er ist aber
kein Selbstzweck. Um die Vielfalt in der Krankenkassenlandschaft zu
erhalten, müssen kleinere oder regional aufgestellte Krankenkassen
eine Chance haben, im Versorgungswettbewerb zu bestehen.
"Voraussetzung dafür ist, dass die Kassen Handlungsspielräume
bekommen und vor marktbeherrschenden Großkassen geschützt werden",
betonen die Vorstandsvorsitzenden. Mit Blick auf den Risikoausgleich
zwischen den Krankenkassen treten die Innungskrankenkassen für mehr
Transparenz, Manipulationssicherheit und weniger Bürokratie ein. "Die
aktuelle Entscheidung des Gesundheitsministeriums, keine wesentlichen
Änderungen im Berech-nungsverfahren für die Leistungsausgaben
Verstorbener herbeizuführen, entspricht genau der Forderung der
Innungskrankenkassen. Das freut uns sehr", so Jürgen Hohnl,
Geschäftsführer des IKK e.V.
Kritisch sehen die Innungskrankenkassen die jetzige Praxisgebühr,
die die intendierte Steuerungswirkung nicht entfaltet hat.
Alternativen sind zu finden, so die Aufforderung an die Politik, die
"Versicherte und Leistungserbringer gleichermaßen in die
Verantwortung nehmen."
Die anstehende Reform der Sozialwahlen sollte zur Stärkung der
Selbstverwaltung und der Sozialpartner führen, so die
Vorstandsvorsitzenden. Die Innungskrankenkassen bekennen sich zum
Prinzip der Listenwahl. Eine Personalwahl entspricht nicht dem
Charakter von Sozialwahlen, so das Votum der Innungskrankenkassen.
Die Forderungen der Innungskrankenkassen:
- Finanzierungsbasis verbreitern - Verschiebebahnhöfe beenden
- Morbi-RSA: Akzeptanz erhalten - Präventionsanreize erhöhen
- Manipulationsanfälligkeit senken
- Wettbewerb stärken - Vielfalt erhalten
- Effizienzreserven heben - Versorgung optimieren - Qualität
verbessern
- Prävention ausbauen - Krankheiten vermeiden - Betriebliche
Gesundheitsförderung stärken
- Innovationen fördern und als Investition begreifen
- Pflege stärken - demografische Herausforderungen annehmen
- Pflegebedürftigkeitsbegriff umsetzen
- Patientenrechte und Patientensouverenität stärken
- Selbstverwaltung stärken - Sozialwahlen aufrechterhalten
- Fehlverhalten im Gesundheitswesen: Korruption und Manipulationen
strafrechtlich verfolgen
- Systemkonstrukt GKV-PKV: Märkte definieren - Handlungsrahmen
abgrenzen
- Europa: Autonomie wahren - Chancen nutzen
Das Positionspapier finden Sie im Internet unter www.ikkev.de
Pressekontakt:
Pressesprecherin Fina Geschonneck, Telefon 030-202491-11,
E-Mail fina.geschonneck@ikkev.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 06.09.2012 - 11:39 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 715370
Anzahl Zeichen: 5021
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Gesundheitswesen - Medizin
Diese Pressemitteilung wurde bisher 268 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"IKK e.V.: Statt Prämienzahlungen - Rückkehr zur Beitragssatzautonomie und mehr Wettbewerb / Innungskrankenkassen positionieren sich als erste Kassenart zur Bundestagswahl 2013"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
IKK e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die Innungskrankenkassen weisen die jüngsten Äußerungen des Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Gassen, im Vorfeld des Deutschen Ärztetags entschieden zurück. Sie sehen in den Aussagen eine unangemessene Zuspitzung, die geeignet ist, Patientinnen und
Versorgungssteuerung zwischen Solidarität und Eigenverantwortung: IKK e.V. veröffentlicht "Zahlen, Daten und Fakten"-Broschüre 2026 ...
Aktuelle Basis- und Finanzdaten zum Gesundheits- und Kassenwesen Wie hat sich die Einnahmenstruktur der GKV seit 2016 entwickelt? Wie gestalten sich die Leistungsausgaben bei den Innungskrankenkassen beziehungsweise ihren Mitwettbewerbern in den vergangenen fünf Jahren? Wie haben sich die Verwalt
Solidarität versus Eigenverantwortung: Effizienz schafft gerechtes Gesundheitswesen ...
33. Plattform Gesundheit des IKK e.V. / Solidarität und Eigenverantwortung neu austarieren / Effizienz, Prävention und "Health in all Policies" als Konsens / Steuerfinanzierung versicherungsfremder Leistungen zentral Der Druck auf das deutsche Gesundheitswesen ist derzeit hoch. Allein f
Weitere Mitteilungen von IKK e.V.
DEUTSCHE PRIVAT PFLEGE mit Höchstbewertung von Morgen&Morgen ausgezeichnet ...
Das Analysehaus Morgen & Morgen prämierte die DEUTSCHE PRIVAT PFLEGE des MÜNCHENER VEREIN aktuell mit der Höchstnote von 5 Sternen. Neue Leistungsbausteine sowie Optimierungen in einigen Bereichen der Allgemeinen Versicherungsbedingungen waren Grundlage dieser hervorragenden Bewertung.
Die private Krankenversicherung ist kein Schlaraffenland! ...
Deutsche-Vorsorge-Zentrale.de Pressedienst 015/2012, 07.09.2012 Zehntausende verlassen Jahr für Jahr die gesetzliche Krankenversicherung. Sie erhoffen sich ein Leben ohne Wartezeiten, ohne Praxisgebühr und Standardmedizin. Versicherungen wecken in ihren Broschüren nicht selten den Eindruck, als
40plus-Diät: Ausgeklügelter Nährstoffmix kurbelt Stoffwechsel an ...
Warum Frauen ab 40 zunehmen, obwohl sie nicht mehr essen - und wie sie gegensteuern Frauen über 40 kennen das Phänomen: Sie nehmen zu, obwohl sie nicht mehr essen als früher. Grund dafür: "Der Körper tickt mit den Jahren an-ders", so Ernährungsexpertin Christa Niemann von der
Rückenschmerzen infolge geschädigter Nervenzellen mit Keltican von mediherz.de behandeln ...
Rückenprobleme aufgrund von Verspannungen, Verschleiß oder Fehlhaltungen können zu Nervenreizungen und Nervenschäden führen. Um hier die körpereigenen Reparaturvorgänge der Nervenzellen zu unterstützen, hat sich Keltican aus der Onlineapotheke und Versandapotheke mediherz.de bewährt. Welch




