Neue OZ: Kommentar zu Pro Deutschland
ID: 722174
Was die Rechtspopulisten von Pro Deutschland um das
islamfeindliche Video veranstalten, das weltweit Muslime aufregt, ist
einfach ekelhaft. Das Machwerk soll in Berlin öffentlich gezeigt
werden. Mit Kunst- oder Meinungsfreiheit hat das nichts mehr zu tun.
Eher schon mit Rechtsbruch: Nach Paragraf 166 Strafgesetzbuch darf
Religionskritik dann verboten werden, wenn sie geeignet ist, den
öffentlichen Frieden zu stören. Dass dies bei einer Vorführung des
Schmähvideos der Fall wäre, zeigen auch die Warnungen von
Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich. Die Filmvorführung würde
die Terrorgefahr hierzulande erheblich erhöhen.
Das Vorhaben von Pro Deutschland ist außerdem durchschaubar. Es
geht nicht um konstruktive Kritik am Islam, die selbstverständlich
erlaubt, ja sogar notwendig ist. Es geht allein darum, den eigenen
Bekanntheitsgrad zu steigern, um bei Wahlen zu punkten. Dass dies in
der Bevölkerung verfängt, ist unwahrscheinlich, wie auch ein Blick in
die Niederlande zeigt: Dort hat der Rechtspopulist Geert Wilders
gerade eine harte Klatsche bei Wahlen kassiert, seine Mischung aus
Muslim- und Euro-Hetze kam bei den Landsleuten nicht mehr gut an.
Aber daraus lernen die Anhänger von Pro Deutschland nicht. Lieber
verrennen sie sich weiter in ihre anti-muslimische Ideologie - und
arbeiten eifrig daran, die ohnehin schon zu große Kluft zwischen
islamischer und westlicher Welt zu vertiefen.
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Datum: 16.09.2012 - 22:00 Uhr
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