Neue OZ: Kommentar zu Deutschland / Frankreich / EU / Finanzen
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Es war der Chef der Commerzbank, der kürzlich einen wichtigen
Hinweis gab: Trotz Rettungsschirms und eines ersten Schuldenschnitts
erwarte er, dass den Griechen erneut und dann erstmals auch von
Staaten Schulden erlassen werden müssten. Das war deshalb
erstaunlich, weil er so sein eigenes Haus unter Druck setzte und den
zuletzt wieder steigenden Aktienkurs spürbar dämpfte. Am Wochenende
war es dann Helmut Schmidt, der die Deutschen auf Opfer für die
weitere europäische Einigung einschwor. Sie seien es zwar wert,
würden im Angesicht der Schuldenkrise aber groß werden.
Dass sich parallel Angela Merkel und François Hollande
demonstrativ entspannt gaben, passt nur auf den ersten Blick nicht
dazu. Denn auf den zweiten liegt nahe, dass sie erkannt haben:
Wirtschaftlich wird alles noch schwierig genug. Bei anhaltenden
atmosphärischen Differenzen zwischen den stärksten europäischen
Staaten bräuchte man nach einer Lösung gar nicht weiter zu suchen.
In der Summe wird damit klar, dass nur Optimisten hoffen dürfen,
mit den Reformen und zuletzt wieder sinkenden Anleihezinsen in
Südeuropa sei das Gröbste überstanden. Und selbst wenn: Spätestens
sobald auffällt, dass die Haushalts- und Wirtschaftslage der USA
keinen Deut besser ist als die Europas, gerät der Dollar unter Druck
und die dortige Wirtschaft in Not. Diesseits des Atlantiks gerade
eingedämmte Probleme kämen von der anderen Seite mit Wucht zurück.
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Datum: 23.09.2012 - 22:00 Uhr
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