Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Iran-Konflikt

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Iran-Konflikt

ID: 730326
(ots) - Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad
gilt im Westen als Verrückter, als Krawallmacher und Kriegstreiber.
Seine Tiraden vor der UNO-Vollversammlung gehören fast zum
Standardprogramm. Denn laut Ahmadinedschad sind die USA die Kraft
hinter allem Bösen, die Europäer die Marionetten der USA - und Israel
ein Implantat der USA im Nahen Osten. Verständlich, dass Amerikaner,
Deutsche und viele andere protestieren. Ahmadinedschad geht
tatsächlich zu weit: Wer Israel vernichten will, gilt zu Recht als
gefährlicher Kriegstreiber. Wer den Holocaust leugnet, mit einem
Erstschlag droht und der US-Regierung unterstellt, den 11. September
2001 selbst inszeniert zu haben, muss isoliert werden. Die
Feindschaft, die Ahmadinedschad entgegenschlägt, ist berechtigt.
Dennoch fragt man sich, wie man der iranischen Provokation begegnen
soll: Der fatale Konflikt muss doch irgendwie gelöst werden. Der
iranisch-israelische Atomstreit bleibt ein Minenfeld, das jederzeit
explodieren kann. Israel droht angeblich mit einem Präventivschlag,
ein iranischer General kontert mit möglichen militärischen
Gegenmaßnahmen, und die Kriegsgefahr wächst täglich. Die Welt schaut
beunruhigt zu - nicht erst seit gestern. Viele Hoffnungen ruhen auf
US-Präsident Obama. Im Wahlkampf 2008 hatte er versprochen, mit dem
Iran reden zu wollen. Er gelobte, die diplomatische Blockade
aufzuweichen. Doch im Wahlkampf 2012 ist davon keine Rede mehr:
Anstatt diplomatische Gespräche in New York zu führen, droht Obama
dem Iran: Die »USA werden tun, was sie tun müssen«, um Irans nukleare
Aufrüstung zu verhindern. Dialogbereite Diplomatie sieht anders aus.
Nun wäre es ungerecht, Obama die Schuld für das Iran-Dilemma
zuzuschieben. Der Konflikt ist älter als die Obama-Regierung.
Obendrein muss der US-Präsident im Wahlkampf 2012 Härte und
Entschlossenheit demonstrieren: Er darf Herausforderer Mitt Romney


keine Blöße zeigen. Dennoch könnte man vom Führer der größten
Militärmacht der Welt erwarten, zumindest ein kleines Zeichen der
Dialogbereitschaft zu setzen. Denn nur wenn Politiker miteinander
reden, lässt sich ein Krieg vermeiden. Das weiß auch der
Friedensnobelpreisträger im Weißen Haus. Doch Obama setzt in der
Iran-Politik das riskante Spiel seines Vorgängers George W. Bush
fort: Geredet wird nicht, Drohungen sind erlaubt, und »alle Optionen
liegen auf dem Tisch«. Der Konflikt bleibt ungelöst, die Sicherheit
Israels wird nicht größer, und das diplomatische Patt zwischen
Washington und Teheran wird zementiert. So hängt der Frieden am
seidenen Faden. Es ist leicht, Ahmadinedschad zu verteufeln. Seine
Rhetorik ist abstoßend. Doch wenn derart viel auf dem Spiel steht,
sollte man zumindest versuchen, die riskante Sprachlosigkeit zu
überwinden. Und sei es in einem Hinterzimmer in Helsinki oder Genf!



Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Westfalenpost: Nichtraucherschutz - Kampf um die Kippe Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Postkartenaktion des Bundesinnenministeriums
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 26.09.2012 - 20:15 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 730326
Anzahl Zeichen: 3231

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Bielefeld



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 269 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Iran-Konflikt"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Westfalen-Blatt (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

WESTFALEN-BLATT - Till Brönner: "Nichts aus Corona gelernt" ...
Der international renommierte Jazz-Trompeter Till Brönner befürchtet, dass Politik und Gesellschaft nichts aus der Zeit der Corona-Pandemie gelernt haben. "Das Erste, was wir tun, wenn es eng wird, ist ausgerechnet unsere DNA, nämlich die Kultur- und die Veranstaltungsbranche und die, die un

34 Polizeischüsse: Autofahrer gelähmt, Ermittlungen eingestellt ...
Die 34 Schüsse, die Polizisten vor zwei Jahren in Bad Salzuflen auf einen Audi und seinen Fahrer (19) abgegeben hatten, bleiben ohne strafrechtliche Folgen - es wird keinen Prozess geben. Die Staatsanwaltschaft Detmold hat nach WESTFALEN-BLATT-Informationen das Verfahren gegen die beiden Herforder

NRW: Polizei überwacht afghanischen Sexualtäter ...
Im Kreis Herford (NRW) wird ein afghanischer Sexualstraftäter in Absprache mit dem Landeskriminalamt "engmaschig" von der Polizei überwacht. Der 24-Jährige, der als rückfallgefährdet gilt, hatte nach einer Sexualtat eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten verbüßt und war in


Weitere Mitteilungen von Westfalen-Blatt


Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Postkartenaktion des Bundesinnenministeriums ...
Es ist richtig, dass das Bundesinnenministerium auf die Gefahr aufmerksam macht, die von radikalisierten jungen Muslimen ausgeht. Viel zu lange hat es dieses Problem nicht bekämpft, sondern ignoriert. Den Startschuss für eine entsprechende Postkartenaktion aber in der Kölner Keupstraße - Ort

Mitteldeutsche Zeitung: zum Psychiatriebericht Sachsen-Anhalt ...
Vorbeugen ist besser als heilen: Die Hilfe verhindert den körperlichen Verfall der Betroffenen und den sozialen ihrer Familien. Vorbeugen ist billiger als heilen: Suchtberater sind günstiger als Klinikbehandlungen von Leberschäden oder Polizeieinsätze nach Randale. Ja, die Kommunen haben te

Westfalenpost: Zwickauer Terrorzelle - V-Leute, wozu hat man sie ...
Gut möglich, dass nichts dran ist an der neuesten Skandalgeschichte rund um das Zwickauer Terrortrio. Viel mehr als der Hinweis eines Bundesanwalts, der sich zu erinnern meint, vor zehn Jahren einen Namen auf einer Liste gesehen zu haben, liegt bislang ja auch nicht vor. Und der Betroffene lässt

Westfalenpost: Nichtraucherschutz - Kampf um die Kippe ...
Im Ziel sind sich alle Parteien einig: Nichtraucher müssen vor Tabakqualm geschützt werden. Über den Weg aber tobt ein erbitterter Kampf um die Kippe zwischen Pragmatikern und Hardlinern. Die zentrale Frage: Ist der Staat verpflichtet, seine Bürger vor Gesundheitsrisiken zu schützen, oder da


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z