WDR/MDR-Sondersendung: Ost- und Westdeutsche sind sich nahe wie nie
ID: 730328
Sperrfrist: 26.09.2012 20:15
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Laut einer Infratest dimap-Umfrage im Auftrag von WDR und MDR
zeichnet sich klar ab, dass sich Ost- und Westdeutsche seit dem
Mauerfall näher gekommen sind. Immerhin 66 Prozent der Westdeutschen
sehen das so, bei den Ostdeutschen sind es nur 48 Prozent. Bei einer
Befragung im Sommer 2003 waren es nur 48 Prozent im Westen, im Osten
nur 35 Prozent. Dass sich die Deutschen weiter voneinander entfernt
haben, glaubt nur ein Viertel der Befragten im Westen (25 Prozent, im
Osten sind 37 Prozent dieser Meinung. In einer repräsentativen
Umfrage von Infratest dimap wurden am 11. und 12. September 1.000
Deutsche in West und Ost dazu nach ihrer Meinung gefragt.
Solizuschlag nicht mehr zeitgemäß +++ Mehrheit in Ost und West für
Solidarpakt bis 2019 +++ Geld soll auch in den Westen fließen
Um die Kosten der Einheit zu finanzieren, wurde 1991 der
Solidarzuschlag eingeführt. Diese Sonderabgabe halten 83 Prozent der
Westdeutschen für nicht zeitgemäß, nur 16 Prozent halten ihn für
notwendig. Auch die Mehrheit der Ostdeutschen ist für die Abschaffung
des Soli. Immerhin 59 Prozent der Befragten halten ihn für nicht
zeitgemäß, 39 Prozent sehen das anders.
Neben dem Solidarzuschlag gibt es den Solidarpakt. Die
ostdeutschen Länder erhalten vom Bund, den westdeutschen Ländern und
den Kommunen bis 2019 erhebliche Gelder, um die Lasten der Teilung zu
überwinden. In der Frage, wie lange der Solidarpakt noch gebraucht
wird, unterscheidet sich das Meinungsbild in West und Ost. Während im
Westen 43 Prozent den Solidarpakt noch vor 2019 beenden wollen, sind
das im Osten gerade mal 14 Prozent. 46 Prozent der Westdeutschen und
45 Prozent der Ostdeutschen sind für die Einstellung im Jahr 2019.
Kaum einer im Westen (7 Prozent) will den Solidarpakt danach
fortsetzen. Bei den Ostdeutschen sind das mit mehr als einem Drittel
(35 Prozent) deutlich mehr.
Groß ist bei allen Befragten die Bereitschaft, Solidarpaktgelder
auch angeschlagenen Städten und Gemeinden im Westen zur Verfügung zu
stellen. Dafür ist eine klare Mehrheit: 89 Prozent der Westdeutschen
und sogar 93 Prozent der Ostdeutschen.
Immer häufiger Besuche zwischen West und Ost
Dass Deutschland mehr und mehr zusammenwächst, zeigen auch die
gegenseitigen Besuche. Nur 15 Prozent der Westdeutschen und 3 Prozent
der Ostdeutschen waren seit dem Mauerfall noch nie im jeweils anderen
Teil des Landes. Ein bis fünf mal zu Besuch waren 51 Prozent der
Westdeutschen und 25 Prozent der Ostdeutschen. 34 Prozent im Westen
und 72 Prozent der Ostdeutschen machten sich sogar öfter auf den Weg.
WDR Fernsehen, Mittwoch, 26. September 2012, 20.15 - 21.45 Uhr
"Aufschwung Ost - Abstieg West" - Brauchen wir den Solidarpakt noch?"
Die Ergebnisse sind bei Nennung der Quelle ab 26.09.2012, 20.15
Uhr frei zur Veröffentlichung.
Pressekontakt:
WDR Presse und Information, AnnetteMetzinger
Telefon 0221 220 7101
E-Mail: pressedesk@wdr.de
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Datum: 26.09.2012 - 20:15 Uhr
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