Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Syrien
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überschaubar. Vieles spricht dafür, dass das Natoland kein Interesse
hat, in den politischen Strudel beim Nachbarn gerissen zu werden.
Dennoch stellt sich seit gestern die Frage nach dem Bündnisfall, der
nicht mehr undenkbaren Variante: Wird die Bundeswehr Deutschlands
Freiheit statt am Hindukusch an der Grenze zum Iran verteidigen
müssen? Der schwer bedrängte syrische Diktator Anwar el-Assad sucht
händeringend einen Ausweg. Er braucht Belege für seine These, die
Bedrohung seiner Herrschaft komme von außen. Außerdem:
Alleinherrscher pflegen vor ihrem Sturz politische Flächenbrände und
hohe Opferzahlen zu provozieren. Mehr noch: Der Iran hat jeden
Angriff auf Syrien zu einem Angriff auf sich selbst erklärt. Der
unter regulären Bedingungen bald scheidende Präsident Mahmud
Ahmadinedschad ist zu allem fähig - nicht nur gegenüber Israel. Die
beste Lösung des Konflikts wäre eine geordnete Übergabe der Macht in
Damaskus an das syrische Volk. Das ist jedoch die andere am wenigsten
wahrscheinliche Variante.
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Andreas Kolesch
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Datum: 04.10.2012 - 20:00 Uhr
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