Neue OZ: Kommentar zu Syrien
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Dass der syrische Bürgerkrieg über die Landesgrenze hinwegschwappt
und die Türkei nun im Nachbarland militärisch eingreift, ist
womöglich der erste Schritt zum gefürchteten Flächenbrand in der
Region. Westliche Politiker hatten vor einem Ausbreiten des Konflikts
gewarnt. Die Tragik: Die Angst davor galt stets als Argument dafür,
nicht zu intervenieren. Jetzt muss die Welt erkennen, dass das
Pulverfass Nahost trotz der Zurückhaltung hochgehen könnte.
Schlimmer noch: Die Lage eskaliert nicht nur trotz, sondern wegen
dieser Tatenlosigkeit. Bisher sind die UN kläglich daran gescheitert,
im Syrien-Konflikt irgendetwas zu bewegen. Die Versuche,
diplomatischen Druck auszuüben, verpuffen wirkungslos, solange sich
Russland und China schützend vor das Assad-Regime stellen.
Nun ist die internationale Empörung darüber groß, dass die
syrische Armee es wagt, Ziele auf der türkischen Seite der Grenze
anzugreifen. Denn diese neue Situation könnte den NATO-Bündnisfall
bedeuten. Die nervösen Reaktionen westlicher Politiker zeigen, wie
angespannt die Lage ist. Niemand will diesen Bündnisfall - würde er
doch bedeuten, sich im syrischen Chaos die Finger schmutzig machen zu
müssen.
So unwahrscheinlich ist dieses Szenario erschreckenderweise aber
nicht. Zwar hat die syrische Regierung den Zwischenfall bedauert.
Doch wer will diesen Krieg noch kontrollieren?
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Datum: 04.10.2012 - 22:00 Uhr
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