Mittelstand will trotz Eurokrise Auslandsaktivitäten ausbauen

Mittelstand will trotz Eurokrise Auslandsaktivitäten ausbauen

ID: 737883
(ots) -

- Neun von zehn Direktinvestoren wollen Engagement verstärken oder
halten
- Unternehmen verfolgen "Stufenplan": Von Westeuropa nach Übersee,
vom Export zu Direktinvestitionen
- Unsicherheit über Rechtssysteme, Verwaltungsaufwand und
Zahlungsverhalten der Geschäftspartner sind größte Hemmnisse

Der deutsche Mittelstand ist international tätig. Selbst unter den
kleinen Mittelständlern ist fast jeder Zweite im Ausland aktiv.
Ungeachtet der Euro- und Staatsschuldenkrise wollen sich die
international aktiven mittelständischen Unternehmen in Zukunft noch
stärker im Ausland engagieren, zahlreiche Firmen planen einen ersten
Schritt auf internationale Märkte. Besonders optimistisch sind die
Exporteure: 64% von ihnen wollen bis zum Jahr 2015 ihre Exporte
ausweiten. 7% der befragten Unternehmen planen erstmals
Exportaktivitäten. Auch die Direktinvestoren zeigen sich
zuversichtlich. 46% von ihnen planen, ihr Engagement zu verstärken.
42% wollen ihr gegenwärtiges Niveau halten. Dies geht aus einer
gemeinsamen Studie der KfW und des Verbandes der Vereine Creditreform
hervor, an der sich im 2. Quartal 2012 rund 3.600 größere
Mittelständler aller Branchen beteiligt haben.

Die Studie macht erstmalig deutlich, dass die mittelständischen
Unternehmen bei der Entwicklung ihrer internationalen Aktivitäten
sowohl im Hinblick auf die regionale Ausrichtung als auch in Bezug
auf die Art ihrer Geschäfte bewusst einen "Stufenplan" verfolgen.
Dabei führt der erste Schritt in der Regel zunächst in Nachbarländer
und erst dann in entfernte Regionen wie Nordamerika oder Asien.
Zugleich bilden Exporte den Ausgangspunkt für Direktinvestitionen in
Form von Joint Ventures oder Tochtergesellschaften. Exporterfahrungen
sind dabei ein wichtiger Erfolgsfaktor: Fehlen Exporterfahrungen,


ziehen sich Direktinvestoren 4-mal häufiger zurück. Das Hauptmotiv
für Direktinvestitionen im Ausland ist die Erschließung neuer
Absatzmärkte (78%). Kostenfaktoren spielen derzeit eine nachgelagerte
Rolle (42%).

Bei ihren Auslandsaktivitäten sehen sich die Unternehmen mit einer
Reihe von Hindernissen konfrontiert. Insbesondere die Unsicherheit
über das Rechtssystem im Ausland, der Verwaltungsaufwand sowie das
Zahlungsverhalten der Geschäftspartner hemmen die Unternehmen. Zudem
hat jedes vierte Unternehmen Schwierigkeiten bei der Finanzierung
seiner Auslandsaktivitäten. Diese Hemmnisse sind umso größer je
kleiner das Unternehmen ist.

"Die Präsenz des deutschen Mittelstandes auf den internationalen
Märkten ist Erfolgsfaktor und Gradmesser für die Wettbewerbsfähigkeit
der deutschen Volkswirtschaft. Westeuropa ist für den Mittelstand
dabei das Tor zur Welt. Ein starker europäischer Binnenmarkt bleibt
auch künftig Voraussetzung für erfolgreiche
Internationalisierungsstrategien kleiner und mittlerer Unternehmen
und damit für Wachstum und Beschäftigung hierzulande", sagt Dr. Jörg
Zeuner, Chefvolkswirt der KfW.

"Gerade kleineren Mittelständlern gilt es, den Weg zu bahnen.
Schon in einem frühen Stadium des Auslandengagements, bei der Planung
der Exportaktivitäten, sollten Hindernisse im rechtlichen Umfeld und
der Bürokratie reduziert werden. In Deutschland ruht noch
schlummerndes Potential für Export und Direktinvestitionen, das mit
der richtigen Finanzierung zu wecken ist. Und dies über den
europäischen Raum hinaus", sagt Michael Bretz, Leiter der
Wirtschaftsforschung des Verbandes der Vereine Creditreform e.V..

Die Studie "Internationalisierung des Mittelstands - Step by step
zum Global Player" steht unter www.kfw.de/studien zum download zur
Verfügung.



Pressekontakt:
KfW, Palmengartenstraße 5-9, 60325 Frankfurt
Kommunikation (KOM), Wolfram Schweickhardt,
Tel. 069 7431-1778, Fax: 069 7431-3266,
E-Mail: wolfram.schweickhardt@kfw.de, Internet: www.kfw.de/newsroom

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Datum: 09.10.2012 - 10:14 Uhr
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