Ex-Linken-Chef Lafontaine: Europäisches Geldsystem "ist verrückt geworden"
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Scharfe Kritik am europäischen Geldsystem und dem Gebaren
zahlreicher Geschäftsbanken hat der Vorsitzende der Linken-Fraktion
im saarländischen Landtag und frühere Parteichef Oskar Lafontaine
geübt. "Unser Geldsystem in Europa ist verrückt geworden. Die
Deutsche Bank gibt gerade einmal 4 Prozent ihrer Bilanzsumme für
Wirtschaftskredite aus, der Rest ist Kasino" erklärte Lafontaine in
der Sendung UNTER DEN LINDEN im Fernsehsender PHOENIX (15. Oktober,
22:15 Uhr bis 23 Uhr) und fügte hinzu: "Es ist verrückt, einer Bank
eine höhere Bilanzsumme als die Wirtschaftsleistung eines ganzes
Volkes zu erlauben. Wir brauchen wieder solide Sparkassen statt
Zockerbuden." Viele Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen hätten
inzwischen den Glauben und das Vertrauen in die Bankenwelt, aber auch
in die Regulierungsmöglichkeiten des Staates verloren. Es bleibe
vielen Menschen völlig unverständlich, dass sich Geschäftsbanken von
der EZB Geld zu einem Zinssatz von unter einem Prozent leihen
könnten, man als Bürger bei Überschreiten des Kontos jedoch einen
Dispo-Zins von elf Prozent zu entrichten habe. "Die kleinen Leute
sind die Leidtragenden einer solchen schamlosen Politik", war
Lafontaine überzeugt.
In Deutschland habe vornehmlich im vergangenen Jahrzehnt eine
immense Umverteilung von unten nach oben stattgefunden. Dies werde
durch die Inflation noch verstärkt und treffe besonders Menschen mit
niedrigem Einkommen und Rentner. "Die Rentenformel ist von den
anderen Parteien bewusst zerstört worden. Man sollte alle neueren
Rentengesetze zurücknehmen, dann ginge es den Menschen wieder besser.
Wir brauchen eine solide gesetzliche Rente", so der
Linken-Fraktionschef.
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Datum: 15.10.2012 - 23:56 Uhr
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