Neue OZ: Kommentar zu Praxisgebühr
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Die Praxisgebühr nervt - mehr aber noch das politische Spiel mit
ihr. Durchschaubar das Vorgehen der Opposition: Weil sie die
ungeliebte Abgabe ohnehin fallen sieht, fordert sie umso häufiger und
lauter das Ende. Wenn es nach dem Koalitionsgipfel am 4. November so
weit ist, werden sich SPD und Grüne hinstellen und aller Welt sagen:
Seht, was unser Druck bewirkt hat.
An vorderster volksverstehender Front profiliert sich erneut
Hannelore Kraft mit ihrer grünen Gesundheitsministerin, die sogar
noch eine überflüssige Bundesratsinitiative starten. Tatsächlich aber
ist die Gebühr in der gesamten Politik so unbeliebt wie bei den
Bürgern. Nur schaffen es Union und FDP, die Abschaffung derart zu
zerreden und dann noch mit dem Start des unseligen Betreuungsgeldes
zu verknüpfen, dass ihnen hier keiner mehr einen Erfolg zuschreiben
wird.
Traurig zudem, dass die Gebühr als solche ja nicht verkehrt ist.
Denn die Deutschen lieben ihren Gang zum Doktor, während Zahlen etwa
aus Schweden oder der Schweiz zeigen, dass Menschen trotz eines
Bruchteils von Arztbesuchen nicht kranker sind oder früher sterben.
Die pauschalisierte und überreglementierte Art der Gebühr ist also
das Problem, nicht sie selbst. Ihr Lenkungsziel bleibt richtig. Wenn
die Abgabe es verfehlt, dann, weil sie zu niedrig ist. Bei jedem
Arztbesuch einen spürbaren Betrag zu erheben und die Versicherten im
Gegenzug bei den Beiträgen zu entlasten, hätte größere Effekte.
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Datum: 24.10.2012 - 22:00 Uhr
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