Südwest Presse: KOMMENTAR · PENSIONEN
ID: 751931
Ungeheuerlich, aber wahr. Jahrzehntelang hat der Staat fleißig
verbeamtet und ein Heer von Staatsdienern geschaffen. Politiker aller
Couleur sahen jedoch keinen Anlass, ausreichend Rücklagen für deren
Altersversorgung zu schaffen. Die weitverbreitete Unart, auf
vorhersehbare Entwicklungen nicht zu reagieren und die Dinge
stattdessen auf die lange Bank zu schieben, dürfte sich in absehbarer
Zeit auch hier bitter rächen. Die Pensionslasten werden vor allem in
den Länderhaushalten immer weniger Geld für anderes lassen. Umso
befremdlicher mutet die Botschaft aus dem SPD-geführten
Finanzministerium an: Statt die Bürger ehrlich mit den Folgen einer
fehlgeleiteten Politik zu konfrontieren, wird das Problem weiter
heruntergespielt und verschleiert. Den Menschen soll gar weisgemacht
werden, Rentner seien im Alter in den meisten Fällen bessergestellt
als Beamte. Doch dem ist nicht so. Zu Recht fragen sich viele Bürger:
Warum ist Beamten nicht zuzumuten, was Rentnern widerfährt, also eine
deutliche Kürzung der Altersbezüge? Die demographische Schieflage
aufgrund sinkender Geburtenraten haben alle gemeinsam zu
verantworten. Vor allem aber sollte der Staat die Zahl seiner Diener
verringern. Die Diskussion, wer verbeamtet werden muss und wer nicht,
ist überfällig. Die Debatte sollte endlich auch in den Parlamenten
geführt werden - selbst wenn inzwischen ein Drittel der Abgeordneten
Beamte sind.
Pressekontakt:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218
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Datum: 29.10.2012 - 19:49 Uhr
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