Südwest Presse: Kommentar zur SÜDBAHN
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schlimm ist, wenn sich die Elektrifizierung der Südbahn zwischen Ulm
und dem Bodensee erneut um zwei Jahre verschiebt, sei dahingestellt.
Schließlich warten Ulm, Oberschwaben und der Bodenseeraum seit
Ewigkeiten darauf, das Diesel- und Rußzeitalter auf dieser Strecke
hinter sich zu lassen. Was sind da 24 Monate? Happiger sind die
Kostensteigerungen von 140 Millionen auf 226 Millionen Euro binnen
Jahresfrist. Das wirft Fragen auf: Wer soll das bezahlen? Gilt für
die Vereinbarung zwischen Bahn und Land, die Kosten je zur Hälfte zu
tragen, eine Deckelung? Die Bahn schweigt erst mal. Was die
verheerende öffentliche Wirkung dieses Signals für die Bahnstrategen
nur noch steigert. Wenn von "Schwächen der Vorplanung" die Rede ist,
bedeutet dies das Eingeständnis von planerischem Dilettantismus. Ein
Offenbarungseid. Ohnehin lässt die Bahn im Land keine Gelegenheit
aus, sich tüchtig zu blamieren: von der Pleite des miserablen
S-21-Grundwassermanagements zur Panne entgleister Züge am Stuttgarter
Hauptbahnhof. Dafür erntet der darob wie ein Bürokratie-Monstrum
erscheinende Staatskonzern nicht nur kübelweise Hohn und Spott,
sondern liefert auch den Großprojektgegnern in großen Kübeln Wasser
auf deren Mühlen. Wie lange sich Bahnchef Rüdiger Grube diese
Blamagen von Berlin aus wohl noch tatenlos ansieht?
Pressekontakt:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218
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Datum: 05.11.2012 - 19:43 Uhr
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Ulm
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Innenpolitik
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