Neue OZ: Kommentar zu USA / Literatur
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Künstler gehen nicht in Rente. Und Kreativen fällt natürlich immer
etwas ein. So lautet die klare Erwartungshaltung an Autoren, Maler
oder Filmemacher. Diesen Glauben an die unversiegbaren Kräfte der
Genies hat die Moderne mit ihrem Mythos des allzeit produktiven
Künstlers geprägt. Obendrein verpflichtet das Mediensystem zu
permanentem Output. Nur wer immer wieder nachlegt, bleibt auf
Sendung.
Mit Philip Roth durchbricht nun ausgerechnet ein Starautor diesen
Kreislauf. Sein Ausstieg aus dem Karussell der Romane frappiert. Auch
Könner können irgendwann nicht mehr. Ein Star gibt zu, dass auch
seine Fantasie Grenzen hat. Ob das vergebliche Warten auf den
Nobelpreis Roth zudem zermürbt hat? Fragt sich nur, ob Roth beim
Rücktritt bleibt. Vielleicht kommt sie ihm doch noch, die Idee für
das nächste Buch.
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Datum: 11.11.2012 - 22:00 Uhr
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