Schwäbische Zeitung: Mängel sind die Regel - Leitartikel
ID: 763288
sarkastisch gereimt, das es doch normal sei, "wenn beim
Verfassungsschutz wieder einmal keiner wusste, was er wusste, als er
eigentlich wissen musste, was alle wissen konnten, aber keiner wissen
wollte, und dementsprechend auch keiner gewusst haben will".
Alles, was im Zusammenhang mit den Morden der rechtsextremen
NSU-Terroristen seit knapp einem Jahr an die Öffentlichkeit gelangt,
macht einen noch viel schlimmeren Eindruck als das Wortspiel
Schmicklers. Die Verfassungsschutzorganisationen - oder sprechen wir
lieber von unkoordinierten, diversen und selbstherrlich agierenden
Geheimdiensten - beschädigen massiv unser Gemeinwesen, sie schaden
der Bundesrepublik Deutschland. Der Eindruck kommt ja nicht von
ungefähr, dass vertuscht werden soll, dass gewählte Abgeordnete in
Untersuchungsausschüssen nur Halbwahrheiten präsentiert bekommen,
dass noch längst nicht alles auf den Tisch gelegt worden ist. Die
eine Schredder-Aktion war demnach Zufall, die andere eine Dummheit,
die dritte schwer zu erklären. Von der vierten und fünften reden wir
gar nicht mehr. Wer ein System dahinter vermutet, wird als
Schwarzmaler diskreditiert. Nun ist die Berliner
Verfassungsschutzpräsidentin zurückgetreten. Wegen einer
widerrechtlichen Schredder-Aktion. Doch diese Demission reicht nicht.
Erstens ist eine Aktenvernichtung im Umfeld von NSU-Ermittlungen eine
Beweisvernichtung und gehört strafrechtlich verfolgt, und zweitens
müssen endlich Maßnahmen ergriffen werden, die wieder ein
Grundvertrauen in den Verfassungsschutz ermöglichen. Wer anfangs
lediglich von persönlichem Fehlverhalten einiger Nachrichtendienstler
ausging, muss mittlerweile zur Kenntnis nehmen, dass strukturelle
Mängel nicht die Ausnahme, sondern die Regel darstellen.
Deutschland muss die Geheimdienste ganz neu aufbauen und
ausrichten. Die aktuelle Stümperei gefährdet die Akzeptanz des
demokratischen Rechtstaats. Betroffenheitsadressen an die Angehörigen
der Opfer reichen nicht aus.
Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 07561-80 100
redaktion@schwaebische-zeitung.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 14.11.2012 - 21:15 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 763288
Anzahl Zeichen: 2402
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Leutkirch
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 251 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Schwäbische Zeitung: Mängel sind die Regel - Leitartikel"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Schwäbische Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Weitere Mitteilungen von Schwäbische Zeitung
Schwäbische Zeitung: Schwarz-gelbe Kurssuche - Kommentar ...
Streit gehört zum politischen Alltag. Allerdings darf die Bürgerschaft auch einfordern, dass die Sachdebatte nicht zu kurz kommt. In der Haushaltspolitik sind Regierung und Opposition in Stuttgart davon aber weit entfernt. Die Verantwortung für die vergiftete Atmosphäre im Landtag trägt vor
Kündigung erhalten - was nun? ...
Ich habe eine Kündigung erhalten. Ich würde die Kündigung akzeptieren, aber nur wenn ich eine Abfindung erhalte. Wie kann ich das erreichen? Fachanwalt für Arbeitsrecht Bredereck: Sie müssen schnell reagieren. Nach Zugang der Kündigung haben Sie drei Wochen Zeit eine Kündigungsschutzklage zu
Weser-Kurier: Zum Urteilüber ärztliche Krankheitsatteste schreibt der Bremer "Weser-Kurier": ...
Die Bundesricher in Erfurt haben damit das geltende Recht bestätigt. Das Entgeltfortzahlungsgesetz beschreibt ganz eindeutig den Ermessensspielraum, den der Arbeitgeber in einem solchen Fall hat: Er kann es akzeptieren, dass ein Beschäftigter erst am vierten Krankheitstag eine Bescheinigung des
Lausitzer Rundschau: Solidarität und Anstrengung Zu den Protesten in Südeuropa ...
Was ist das richtige Verhältnis zwischen Solidarität und Anstrengung, das Bundeskanzlerin Angela Merkel gerade von den europäischen Krisenländern gefordert hat? Die Sichtweise darauf ist sehr unterschiedlich. Global betrachtet ist Merkels Position völlig richtig, dass diese Länder schnell l




