Neue OZ: Kommentar zu Schulpolitik
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Es mag sein, dass der Föderalismus in Deutschland seine
historische Berechtigung hat. Der Schulpolitik steht die Autonomie
der Länder in Bildungsfragen aber seit jeher unnötig im Weg: Ob
Oberschule oder achtjähriges Gymnasium, Vorschuljahr oder
Zentralabitur, Inklusion oder eben Lehrerausbildung - jedes Land hat
eigene Regeln.
Die Konsequenz: Umzüge von einem Bundesland ins andere sind fast
zwangsläufig eine Herausforderung - für Schüler, Eltern und Lehrer.
Doch schlimmer noch: Weil einheitliche Standards fehlen, liegt
Deutschland in internationalen Bildungsstudien nur im Mittelmaß -
peinlich für ein Land der Dichter und Denker.
Nun aber wollen die Länder dem föderalen Irrsinn ein Ende setzen -
endlich! Die wechselseitige Anerkennung von Lehrerexamen ist zwar nur
ein Anfang, doch er erfolgt an der sinnvollsten Stelle, schließlich
steht und fällt die Qualität von Schulbildung mit der Qualität der
Lehrer. Ihnen künstliche Grenzen aufzuerlegen war schon immer Unfug,
da es einen freien, bundesweiten Wettbewerb um die besten Köpfe so
nicht geben konnte.
Damit junge Lehrer aber tatsächlich in allen Bundesländern punkten
können, muss ihr Studium bundesweit einheitlich gut sein. Die Länder
sollten die Mobilität von Lehrern also schon allein deshalb
schnellstens verbindlich regeln, um ihren klammen Hochschulen ihren
Anteil an den jährlich 50 Millionen Euro aus Ministerin Schavans
"Qualitätsoffensive" zu sichern.
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Datum: 16.11.2012 - 22:00 Uhr
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