Lausitzer Rundschau: Steuerabkommen mit der Schweiz gescheitert

Lausitzer Rundschau: Steuerabkommen mit der Schweiz gescheitert

ID: 769724
(ots) - Geld macht eigentlich gefügig. So gesehen war es
nicht unbedingt zu erwarten, dass das geplante Steuerabkommen mit der
Schweiz nun wohl endgültig Makulatur ist. Durch die Verweigerung der
Koalitionen aus SPD und Grünen verzichten die Länder nämlich auf
einige Milliarden Euro, die ihre Haushalte dringend nötig hätten.
Dabei lassen sich in der Vergangenheit genügend Beispiele finden, wie
das eine oder andere Bundesland den Verlockungen der jeweils
amtierenden Regierung erlegen war, und es deshalb am Ende doch noch
zu einer Mehrheit in deren Sinne reichte. Dass es diesmal ganz anders
kam, ist wohl nur vor dem Hintergrund des heraufziehenden Wahlkampfs
zu erklären. Beim Urnengang im Bund setzen SPD und Grüne auf die
Karte der Gerechtigkeit. Steuergerechtigkeit inklusive. Die von
Schwarz-Gelb ausgehandelte Abmachung mit den Eidgenossen passt da
eher schlecht ins Bild. Bedeutet sie doch auch eine Legalisierung von
Schwarzgeld, das gut betuchte Steuerbetrüger aus Deutschland unter
tatkräftiger Mithilfe Schweizer Banken am heimischen Fiskus
vorbeigelenkt haben. Zwar sollten diese Gelder rückwirkend pauschal
besteuert werden. Aber die Anonymität der Besitzer bliebe weiter
gewahrt. Auch für die künftige Besteuerung würde sich daran nichts
ändern. Welcher Bundesbürger legales oder illegales Vermögen in der
Schweiz deponiert hat, wäre für den deutschen Fiskus nach wie vor ein
Buch mit sieben Siegeln. Von Steuergerechtigkeit also keine Spur.
Dass der Ehrliche hier der Dumme ist, liegt auf der Hand. Für ihn hat
die Blockade der Länderkammer tatsächlich ihr Gutes. Allerdings wäre
es grundfalsch, sich damit nun zufriedenzugeben. Denn die jetzige
Praxis im Umgang mit den Steuerbetrügern kann auch kein Dauerzustand
sein. Bietet sie doch zwielichtigen Geschäftemachern Gelegenheit,
sich mit illegal erworbenen Daten aus Schweizer Banken eine goldene


Nase zu verdienen. Die in den vergangenen Monaten auf dunklen Pfaden
zu deutschen Finanzämtern gelangten Steuer-CDs haben zwar dafür
gesorgt, dass die Zahl der Selbstanzeigen von Steuerflüchtlingen
deutlich gestiegen ist und auf diese Weise viel Geld nach Deutschland
zurückfließen konnte. Aber mit Rechtsstaatlichkeit hat das wenig zu
tun. Nötig ist eine neue Regelung, die die Webfehler der alten
beseitigt. Nach Lage der Dinge bleibt es einer neuen Bundesregierung
vorbehalten, hartnäckiger mit der Schweiz zu verhandeln, als es die
amtierende getan hat. Sollte die SPD dabei mit am Kabinettstisch
sitzen, wird das allerdings schwer genug. Ihr Kanzlerkandidat Peer
Steinbrück wollte einst die Kavallerie gegen Bern ausreiten lassen,
und Parteichef Sigmar Gabriel bezichtigte die Schweizer Banken jüngst
der "bandenmäßigen Steuerhinterziehung". Vertrauensbildung sieht
anders aus.



Pressekontakt:
Lausitzer Rundschau

Telefon: 0355/481232
Fax: 0355/481275
politik@lr-online.de

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  DER STANDARD - Kommentar Neue OZ: Kommentar zu Bundeshaushalt
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 23.11.2012 - 21:27 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 769724
Anzahl Zeichen: 3190

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Cottbus



Kategorie:

Innenpolitik



Diese Pressemitteilung wurde bisher 203 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Lausitzer Rundschau: Steuerabkommen mit der Schweiz gescheitert"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Lausitzer Rundschau (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Eine Regel zu viel - zur 2G-plus-Praxis in der Gastronomie ...
Es ist übertrieben, Restaurantbesuche in der Corona-Pandemie noch stärker zu beschränken - indem wie jetzt in Sachsen und Brandenburg Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Schnelltest vorweisen müssen. 2G plus bevorzugt die Geboosterten vor jenen Erwachsenen beim Essen gehen, die

Fehlende Lobby für die Lausitz? - Zu den Abgeordneten in Bundestagsausschüssen ...
Für die Lausitz wird es ernst im Strukturwandel. Wichtige Entscheidungen zum Kohle-Ausstieg, aber auch zur Verteilung der zugesagten Milliarden-Zahlungen zur Anpassung des Wandels stehen an. Ein wichtiges Wort spricht dabei der Bundestag mit. Die entsprechenden Gesetze müssen dort verabschiedet

Sachsens neue Bürgerlichkeit - zum Regierungsbündnis in Corona-Zeiten ...
Meißen wird gern als die Wiege Sachsens bezeichnet. Aktuell hat der Kreis rund um die alte Bischofsstadt an der Elbe einen traurigen Rekord zu vermelden. Mit 2328,1 führt er die Inzidenz-Statistik an, dicht gefolgt vom benachbarten Mittelsachsen mit 2099,4. Das sind erschreckend hohe Zahlen, fü


Weitere Mitteilungen von Lausitzer Rundschau


DER STANDARD - Kommentar "Zeiten fokussierter Unintelligenz" von Alexandra Föderl-Schmid ...
Je näher Wahlen rücken, desto nervöser werden Politiker. Noch gut in Erinnerung ist der 25. September 2008: drei Tage vor dem Wahltermin wurden eine üppige Erhöhung der Pensionen, ein Heizkostenzuschuss, eine Anhebung von Familienbeihilfe und Pflegegeld sowie zahlreiche Steuerbefreiungen beschl

WAZ: Betrug mit Steuern. Kommentar von Dietmar Seher ...
Steuerabkommen abgelehnt. Ist jetzt alles gut? Stoppt das Nein des Bundesrats die Flucht der Anleger in die Schweiz? Nicht nur das darf kritisch hinterfragt werden. Es ist zu diskutieren, ob die Steuerflucht ins Ausland überhaupt der richtige Schauplatz für die Ausein-andersetzung über die Ste

WAZ: Job zu verkaufen. Kommentar von Matthias Korfmann ...
Wenn tatsächlich Jobcenter Arbeitslose mit Bargeldprämien zum Arbeiten locken sollten, dann wäre das ein Ausdruck schierer Verzweiflung. Und eine Kapitulation vor dem eigenen Arbeitsauftrag. Einige Vermittler scheinen sich an die Grenze des Erlaubten heranzuwagen. "Fordern und Fördern&qu

WAZ: Totensonntag und Weihnachtsrummel. Kommentar von Walter Bau ...
Totensonntag. Der Tag, an dem die Protestanten der Verstorbenen gedenken, so wie die Katholiken kürzlich an Allerseelen. Ein stiller Tag der Erinnerung. So ist es jedenfalls gedacht. Manche sehen die Ruhe dadurch gestört, dass die lärmigen Weihnachtsmärkte vielerorts schon vor diesem Wochenen


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z