Neue OZ: Kommentar zu Gesundheit / Pflege
ID: 771832
Es lohnt sich, den "Pflegereport 2012" genauer anzuschauen, die
gestern vorgestellte Studie enthält bemerkenswerte Aussagen zu einem
wichtigen Bereich der Sozialpolitik, der eine Dauerbaustelle bleiben
dürfte. Die differenzierten Zahlen zu den Ausgaben für die
Pflegebedürftigen bestätigen erneut, dass die Pflegeversicherung
stets nur eine Teilkaskoversicherung sein kann.
Überraschend ist, wie hoch die Kosten für langjährige Pflege sind.
Daher gilt es für alle Beschäftigten, sich so früh wie möglich mit
dem Thema zu befassen. Nur so lässt sich Vorsorge betreiben, um nicht
in die Armutsfalle zu tappen. Auch darüber hinaus enthält der Report
wichtige Erkenntnisse. Zu Recht bemängeln die Experten, dass noch
immer ein neuer Begriff der Pflegebedürftigkeit fehlt, der zur
Ablösung der bisherigen Pflegestufen führen soll. Dies ist ein Manko
im Pflege-Neuausrichtungsgesetz, das zum Jahreswechsel in Kraft
tritt. So bleibt es nur ein vorläufiges Gesetz mit unzureichenden
Übergangsregelungen.
Richtig ist auch die Feststellung, die 2010 eingeführten
Pflegenoten seien kaum aussagekräftig. Wenn jedes zweite Heim mit 1,2
oder besser bewertet wird, ist das wenig informativ. Zu kritisch
fällt indes die Bewertung der privaten Zusatzversicherungen aus. Sie
sind zumindest ein erster Schritt, um die Pflegekosten zu bewältigen.
Bisher zahlt der Staat dafür keinerlei Förderung. Dass sich das von
Januar an ändert, ist daher ein Fortschritt.
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Datum: 27.11.2012 - 22:00 Uhr
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