Kultur des Hinsehens
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Kultur des Hinsehens
„Taten wie die in Winnenden zeigen uns Grenzen des Verstehens. Wichtig ist es nun aber zunächst, so weit wie möglich die genauen Umstände der Tat und ihrer furchtbaren Folgen aufzuklären.
Es zeigt sich die Notwendigkeit, dass der Bildungspolitik insgesamt und insbesondere auch den Schülerinnen und Schülern mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden muss. Noch immer wird in deutschen Schulen viel zu wenig auf die einzelne Schülerin oder den einzelnen Schüler geachtet. Wir brauchen mehr individuelle Förderung und Betreuung und eine Kultur des Hinsehens und der Anerkennung, um verdeckte Signale von Schülern mit Problemen besser erkennen zu können. Dazu brauchen unsere Schulen eine bessere Ausstattung, die sich vor allem auf die Köpfe und nicht den Beton richten muss, dass heißt mehr Lehrerinnen und Lehrer, um den Betreuungsschlüssel zu verbessern, mehr Schulpsychologen und auch Sozialarbeiter. Notwendig ist es aber auch, mehr Räume für individuelle Förderung zu schaffen. Dazu wäre die flächendeckende Einführung von qualitativ hochwertigen Ganztagsschulen ein wichtiger Schritt. Unsere Schulen müssen ein Ort der gezielten Förderung und Unterstützung werden.
Nach der Klärung der Tatumstände brauchen wir eine nüchterne und sachliche Diskussion über weitere Konsequenzen. Dabei ist auch zu prüfen, wie die Kontrolle der bestehenden Waffengesetze verbessert werden kann und ob weitere Verschärfungen des Waffengesetzes notwendig sind. Es ist Aufgabe des Bundes, gemeinsam mit den Ländern und Kommunen, mit Eltern, Schulen, Freizeiteinrichtungen und Verbänden Konzepte zu entwickeln, wie die Kontrolldichte erhöht werden kann.“
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Datum: 12.03.2009 - 15:30 Uhr
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