Versicherer: Geräuschlose Lösungen im Krisenfall sind eine Farce
Versicherer wollen heimlich helfen und realisieren vermutlich nicht das Ausmaß der Katastrophe

(firmenpresse) - Wie schlimm soll es eigentlich noch kommen? Offensichtlich keine Frage für die führenden Köpfe der Versicherungswirtschaft, denn die wollen nach einem Bericht zu einer Financial Times Deutschland-Tagung lieber heimlich helfen, sollte – wie im Beispiel der Mannheimer Versicherung – erneut eine Assekuranz-Gesellschaft in die Schräglage kommen. Dabei bleibt fraglich, ob dies überhaupt möglich ist. Vor Kurzem berichtete LV Doktor darüber, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht es den Versicherungsgesellschaften aktuell ermöglicht hat, ihre sogenannten stillen Rücklagen von zehn auf zwanzig Prozent zu verdoppeln. Bei diesen stillen Rücklagen handelt sich um das Volumen an wertlosen Aktien und Wertpapieren, das eigentlich bilanziell abgeschrieben werden müsste. Dies würde zu einem entsprechenden Verlust bei der jeweiligen Gesellschaft führen. Diese 10-Prozent-Hürde, die nunmehr bei 20 Prozent liegt, hatte man eingeführt, nachdem der Mannheimer Versicherungsgruppe die Insolvenz drohte. Ist das schon alles?
Unberücksichtigt scheinen viele zu lassen, dass eine erneute Gefahr aus der drastischen Reduzierung der Pensionsrückstellungen droht. Nach einem aktuellen Beitrag der Financial Times Deutschland und einer Untersuchung des Beratungshauses Rauser Towers Perrin droht gerade den im Dax und MDax geführten Unternehmen ein Milliardenausfall aufgrund der geschrumpften Werte der Pensionsrückstellungen. Zur Information: 2007 hatten Dax-Konzerne Pensionsrückstellungen von 211 Milliarden Euro, MDax-Unternehmen kamen auf 33 Milliarden Euro. Diese werden in einem nicht unerheblichen Umfang von Lebensversicherungen gegenfinanziert. Und deren Wert sinkt und sinkt und sinkt. Sollte es also aufgrund der rückläufigen Werte zu weiteren Ausfällen kommen, wären direkt auch die Pensionskassen der größten Unternehmen in Deutschland betroffen – was weitere Milliarden-Ausfälle bedeuten würde. Was ist nur mit all dem Kapital geschehen, das ursprünglich zur Zukunftssicherung bereit gestellt wurde?
Warum schreiben wir das? Immer wieder will die Versicherungswirtschaft glaubhaft machen, dass sie von der derzeitigen wirtschaftlichen Situation und den Problemen des Finanzmarktes nicht betroffen ist. Dies ist jedoch barer Unsinn und wird durch viele Details widerlegt. Die derzeit in der Presse aufrecht erhaltene Glaubwürdigkeitskampagne („Wir wollen alle mehr Transparenz“) ist eine Farce und soll die Kunden davon abzulenken, dass die Versicherungswirtschaft sich nicht nur nicht der Finanzmarktkrise entziehen kann, sondern ganz im Gegenteil ganz extrem hiervon betroffen ist. „Dies zeigt sich auch in einer jüngsten Erhebung von LV-Doktor“, sagt Jens Heidenreich als Direktor des Schweizer Prozessfinanzierers ProConcept AG, zu dem auch LV-Doktor gehört. Eine Auswertung von mehreren hundert Verträgen ergab, dass mehr als 90 Prozent der Verträge nach vollständiger Vertragserfüllung als Garantiesumme gerade einmal die vom Versicherten eingezahlten Beiträge zurück brachten. „Abzüglich der Inflationsrate also ein deutliches Verlustgeschäft“, erklärt Heidenreich.
Dass diese Kampagne anscheinend dennoch aufgeht, zeigt sich leider in nackten Zahlen und müsste den Gesetzgeber eigentlich motivieren, ganz andere Schritte zu ergreifen. „Stadtdessen sorgt er mit „Verpackungen“ wie Riester und Rürup-Rente noch dafür, dass das nicht aufgegangene wirtschaftliche Konzept der Lebens- und Renteversicherungen unter einem anderen Mäntelchen wiederholt werden kann“, so Heidenreich. Danach konnten die Lebensversicherer in dem von der Finanzmarktkrise geprägten Geschäftsjahr 2008 ihre Beitragseinnahmen um ein knappes Prozent steigern und auch im Neugeschäft ging es bergauf. Und so fühlt sich denn der Vorsitzende des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft, Jörg von Fürstenwerth, darin bestätigt, dass die Versicherer nicht nur der Finanzmarktkrise trotzen, sondern auch etwas zur Altersvorsorge beitragen könnten: „Die trotz Finanzmarktkrise positive Entwicklung der Beitragseinnahmen und des Neugeschäfts unterstreicht das gewachsene Bedürfnis der Menschen nach Sicherheit und verlässlichen Leistungen bei ihrer Altersvorsorge.“ Diese – aus unserer Sicht – falsche Behauptung lässt sich dabei selbstverständlich durch nichts belegen. Im Gegenteil: die oben aufgeführte Auswertung beschreibt die Dimension des Verlustgeschäftes.
Um nicht nur negativ zu wirken: Selbstverständlich ist proConcept für eine private Vorsorge im Rahmen der Möglichkeiten des Einzelnen. Doch Vergleiche zwischen Renditen aus Lebensversicherungen und anderen Anlageformen zeigen immer wieder, dass selbst Sparbücher in der Regel höhere Renditen erzielen. Dies sollte alle Beteiligten an irgendwelchen Gesetzgebungsverfahren nachdenklich stimmen.
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