"Die finanziellen Rahmenbedingungen müssen stimmen"
ID: 777578
Massiver Studienplatzabbau sonst nicht ausgeschlossen / Rektorin Prof. Dr. Karin Luckey appelliert an die Bremer Politik
"Gelingt dies nicht, wäre die Hochschule Bremen unweigerlich gezwungen, Studienplätze abzubauen", warnt die Hochschul-Rektorin. "Das hätte fatale Folgen, zum Beispiel auf die Qualifikation der dringend benötigten Fachkräfte." Dazu verweist Karin Luckey auf die Statistik: "Derzeit schließen Jahr für Jahr rund 1.500 Frauen und Männer ihr Studium an der Hochschule Bremen erfolgreich ab, von denen wiederum zwei Drittel in der Region einen Arbeitsplatz finden. In Schlüsselbranchen wie der Luft- und Raumfahrt liegt dieser Wert sogar bei über 80 Prozent. Kann ein Kapazitätsabbau an der Hochschule Bremen im Sinne der Fachkräftesicherung für unsere Region wirklich gewollt sein? Wenn sich der Finanzrahmen nicht ändert, wird die Hochschule Bremen Studienplätze massiv in Frage stellen müssen." Dazu verwies Karin Luckey darauf, dass sich rund 17.000 Frauen und Männer um ca. 2.000 Studienplätze an der Hochschule Bremen bewerben. "Dieses Angebot wäre dann nicht mehr aufrechtzuerhalten. Von einer Studienplatzreduzierung wären nicht nur die Studiengänge der Technik- und Ingenieurwissenschaften betroffen, sondern auch das Studienangebot der Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften."
Außerdem gäbe es Nachteile für einen Personenkreis, dem die üblichen Zugangswege zu einem Studium verwehrt wären, der aber an einer Fachhochschule wie der Hochschule Bremen studieren könnte. "Als offene Hochschule haben wir - zum Beispiel in Kooperation mit Partnern wie der wisoak - spezielle Programme für Menschen entwickelt, damit diese ein Studium auch ohne formale Hochschulzugangsberechtigung wie das Abitur erfolgreich abschließen können," wie die Hochschul-Rektorin betont.
Ein weiteres Argument: Da zwei Drittel der Studierenden an der Hochschule Bremen aus anderen Bundesländern stammen, kann das Land etwa dreieinhalbtausend Euro pro Kopf und Jahr als zusätzliche Einnahmen aus dem Länderfinanzausgleich verbuchen, wenn diese Studierenden ihren ersten Wohnsitz in Bremen anmelden. "Ein Beispiel: Wenn die Anzahl der Studierenden von derzeit 8.400 um 2.000 reduziert würde, gingen dem Fiskus zwischen sechs und sieben Millionen Euro verloren", rechnet Karin Luckey vor.
Mögliche Einsparungen würden sich auch negativ auf die Qualität von Lehre und Forschung niederschlagen: "Die Hochschule Bremen belegt - trotz ihrer schon jetzt schwierigen finanziellen Situation - regelmäßig deutschlandweit Spitzenplätze unter vergleichbaren Hochschulen bei der Einwerbung von Forschungsdrittmitteln oder in der Kategorie Internationalität.
So gehört die Hochschule Bremen unter den 200 Fachhochschulen in Deutschland heute zur Spitzengruppe bei den Forschungsaktivitäten. Dies drückt sich unter anderem in jährlichen Drittmittelausgaben von durchschnittlich 8,5 Millionen Euro oder durch ihre Mitgliedschaft in der "European University Association" aus. Stichwort Internationalität: Hier liegen wir beim Anteil der ERASMUS-Studierenden auf Platz eins, ebenso bei den DAAD-Stipendien oder beim Anteil der Internationalen Studiengänge am gesamten Studienangebot", wie Hochschul-Rektorin Luckey an einigen Beispielen erläutert.
"Der Druck auf den Grundhaushalt der Hochschule Bremen nimmt immer mehr zu", so Karin Luckey weiter. "Seit Jahren ist unser Haushalt unterfinanziert, dennoch konnten wir bislang dank den zusätzlichen Mitteln aus dem Hochschulpakt die hohe Aufnahmequote von Erstsemestern stemmen. Doch diese Förderung läuft nach 2015 aus. Ein weiteres Risiko sind die unzureichend bemessenen jährlichen Steigerungsraten im Haushalt für die Tariferhöhungen im öffentlichen Dienst."
"Das Land täte sich keinen Gefallen, am bedarfsorientierten und nachgefragten Studienangebot der Hochschule Bremen zu sparen", so der Appell von Rektorin Luckey an die Verantwortlichen in der Politik.
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: PresseBox
Datum: 05.12.2012 - 14:08 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 777578
Anzahl Zeichen: 4722
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Bremen
Kategorie:
Bildung & Beruf
Diese Pressemitteilung wurde bisher 359 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
""Die finanziellen Rahmenbedingungen müssen stimmen""
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Hochschule Bremen (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Eltern spielen im Prozess der Berufs- und Studienorientierung ihrer Kinder häufig eine besondere Rolle. Sie sind oft erste Ansprechpartner:innen und wichtige Ratgebende. Die Zentrale Studienberatung der Hochschule Bremen lädt Eltern am Montag, 19.02.2024 um 17:30 Uhr zu einem Online-Vortrag zu dem
Bis zum 11. Februar zur Studienorientierungschallenge anmelden ...
In zehn Wochen dem Traumstudium Schritt für Schritt näherkommen: Das bietet die Studienorientierungschallenge der Zentralen Studienberatung der Hochschule Bremen (HSB). Los geht es am Montag, 12. Februar 2024. Eine Anmeldung ist bis Sonntag, 11. Februar 2024, möglich. Das Angebot ist kostenfrei
Annika Maschwitz wird neue Konrektorin für Studium, Lehre und Internationalisierung der HSB ...
Die Hochschule Bremen (HSB) bekommt mit Prof. Dr. Annika Maschwitz eine neue Konrektorin für Studium, Lehre und Internationalisierung. Der Akademische Senat (AS) hat dem Beschluss des Rektors am Dienstag, 6. Februar 2024, in einer Sondersitzung mit großer Mehrheit zugestimmt. Die Amtszeit beträgt
Weitere Mitteilungen von Hochschule Bremen
Kämmer Consulting: Neues Seminar zur IT-Zertifizierung MCSA ...
Über allgemeine Ausbildungsabschlüsse hinaus, verlangen Arbeitgeber immer häufiger spezielle Zertifizierungen für einzelne Soft- oder Hardwareprodukte. Kämmer Consulting hat das Kursangebot auf diesem Gebiet erweitert und bietet jetzt auch die Vorbereitung auf die IT-Zertifizierung "Micros
Abschluss des Projekts "Imame für Integration" ...
Senator Scheele verabschiedet am 6. Dezember im Hamburger Rathaus zwölf Imame, die am letzten Kurs des Projekts "Imame für Integration" des Goethe-Instituts teilnahmen. Vor drei Jahren startete das Projekt in Nürnberg, die Konzeption wurde gemeinsam vom Bundesamt für Migration und FlÃ
Fachhochschule Düsseldorf: IKUD® Seminare führt interkulturelles Training für studentische Mitarbeiter/innen durch ...
An deutschen Hochschulen lernen und arbeiten Menschen aus aller Welt zusammen. Das SSC der FH Düsseldorf bündelt die Zentrale Studienberatung, das International Office sowie die Psychologische Beratung. Hierbei kommen interkulturelle Unterschiede zum Tragen, die die Zusammenarbeit und das Verstän
Kostenlose Online-Seminare zu IT-Sicherheit für Mittelständler ...
Die BITKOM Akademie bietet kleinen und mittelständischen Unternehmen ab Dezember mehr als hundert kostenlose Online-Seminare zu IT-Sicherheit an. Die Seminar-Reihe läuft bis Ende 2013. Die jeweiligen Seminare richten sich mit unterschiedlichen Inhalten an Geschäftsführer und Führungskräfte, IT




