Klimagipfel in Doha / "Mutigere Schritte wären nötig gewesen"
ID: 780225
am vergangenen Wochenende in Doha zu Ende gegangen. Im Ergebnis hat
sich die Konferenz auf eine Fortführung des Kyoto-Protokolls bis 2020
und den Rahmen für die Verhandlungen eines Kyoto-Nachfolgeabkommens
geeinigt. Hans-Joachim Reck, Hauptgeschäftsführer des Verbandes
kommunaler Unternehmen (VKU), dazu: "Die Beschlüsse von Doha sind ein
Minimalkonsens. Die Fortführung des Kyoto-Protokolls bis 2020 und die
Einigung auf das Arbeitsprogramm für ein Nachfolgeprotokoll sind im
Grundsatz zu begrüßen. Das Ziel, die Erderwärmung auf maximal zwei
Grad zu begrenzen, hätte jedoch weitreichendere Schritte erfordert."
Ungeachtet der Beschlüsse von Doha kann die Europäische Union aus
Sicht der kommunalen Unternehmen durch Maßnahmen im Emissionshandel,
der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz wichtige Akzente
setzen. Reck: "Der Emissionshandel muss wieder so ausgestaltet
werden, dass er Anreize für Investitionen in emissionsarme
Technologien schafft."
"Im Hinblick auf die langfristigen Zielsetzungen muss die EU auch
im Bereich der erneuerbaren Energien weiter voranschreiten", so Reck,
"weil sie nachhaltig zur Senkung der Treibhausgasemissionen
beitragen". Der Ausbau der erneuerbaren Energien erfordert
langfristig stabile und berechenbare Rahmenbedingungen. "Um
Investitionssicherheit zu schaffen, ist es unumgänglich, dass die EU
auch im Zeitraum 2020 bis 2030 spezifische verbindliche Ziele für den
Ausbau erneuerbarer Energien vereinbart", sagt Reck.
Neben dem Ausbau der Erneuerbaren und der Reform des
Emissionshandelssystems muss aus Sicht der kommunalen Unternehmen
auch die Energieeffizienz gesteigert werden. "Beim Umbau des
Energiesystems muss energieeffizienten Maßnahmen eine größere
Bedeutung zukommen. Der Ausbau hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung
(KWK) sowie Energieberatungen für Verbraucher können dazu beitragen,
die Energieeffizienz zu steigern und dadurch dem Klimawandel aktiv zu
begegnen", so der VKU-Hauptgeschäftsführer.
Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) vertritt über 1.400
kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie,
Wasser/Abwasser und Abfallwirtschaft. Mit 235.000 Beschäftigten
wurden 2010 Umsatzerlöse von rund 95 Milliarden Euro erwirtschaftet
und etwa 8 Milliarden Euro investiert. Die VKU-Mitgliedsunternehmen
haben im Endkundensegment einen Marktanteil von 49,1 Prozent in der
Strom-, 58,4 Prozent in der Erdgas-, 77,2 Prozent in der
Trinkwasser-, 60,0 Prozent in der Wärmeversorgung und 16,5 Prozent in
der Abwasserentsorgung.
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Datum: 10.12.2012 - 13:02 Uhr
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