Neue OZ: Kommentar zu Wort des Jahres
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Neue Wirklichkeiten brauchen neue Bezeichnungen. "Rettungsroutine"
ist da ein brillantes Exemplar unter den Neuschöpfungen. Auch wenn
der damit beschriebene Sachverhalt weniger erfreulich ist. Ja,
besonders wir Deutschen sind zu Rettungsroutiniers in und für Europa
geworden, ob wir wollen oder nicht.
Ein leises Ächzen über diese Last schwingt in diesem leicht
sarkastischen Wort des Jahres mit. Der Begriff "retten" meint eine so
dramatische wie beherzte Einzelaktion und passt kaum zu unbegrenzter
Dauer. Für diese Marathonbeherztheit müssen wir uns nun noch von
Griechen und Italiens Silvio Berlusconi beschimpfen lassen. Doch
Racheroutinen sind uns selbstredend fremd. Auch das wütende "Wulffen"
verkneifen wir uns, sodass es dem Ex-Bundespräsidenten vorbehalten
bleibt und es mangels Masse nicht auf Platz eins der Liste schaffte.
Deutlich mehr als ein Christian Wulff sind die "Schlecker-Frauen",
aber auch nicht genug, um mit der milliardenschweren
"Rettungsroutine" mithalten zu können. Die greift uns schließlich
allen in die Tasche. Gerecht gewählt also.
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Datum: 14.12.2012 - 22:00 Uhr
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