Rheinische Post: 30-Stunden-Diktat
= Von Martin Kessler
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berufstätige Paare, wie ihn SPD-Generalsekretärin Nahles jetzt
vorgebracht hat, besitzt durchaus Charme. Warum sollen sich Ehepaare,
die sowohl Zeit für ihren Beruf wie für ihren Nachwuchs aufbringen
wollen, nicht die Arbeit im doppelten Sinne teilen? Doch die Sache
hat einen Haken. Die SPD will mit Subventionen diejenigen belohnen,
die deswegen nur 30 Stunden arbeiten wollen. Mal abgesehen davon, ob
für so etwas Geld vorhanden ist, bedeutet dieser Vorschlag eine
Bevormundung. Denn Paare, die eine andere Lösung wählen, werden
benachteiligt und müssen obendrein für die kostspielige
30-Stunden-Woche aufkommen. Nahles verlangt zu Recht von den
Unternehmen mehr Rücksicht auf die Erziehungsleistung ihrer
Beschäftigten. Doch die Modelle müssen aus der Wirtschaft kommen.
Schließlich haben die Firmen ein Eigeninteresse daran, Fachkräfte mit
solchen Wünschen zu halten. Der Staat sollte sich beschränken, den
Eltern mit Krippenplätzen, Kitas und Ganztagsschulen die Wahl
möglichst einfach zu machen.
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Datum: 27.12.2012 - 19:54 Uhr
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