RWE Power startet Entwicklung eines Hochtemperatur-Wärmespeichers für GuD-Kraftwerke
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RWE Power startet Entwicklung eines Hochtemperatur-Wärmespeichers für GuD-Kraftwerke
- Heizkraftwerk Dortmund als möglicher Standort für eine Pilotanlage
RWE Power startet die Entwicklung eines Hochtemperatur-Wärmespeichers für Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerke (GuD). Gemeinsam mit den Unternehmen ThyssenKrupp Xervon Energy, Paul Wurth Gruppe sowie dem Institut für Technische Thermodynamik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) soll das Projekt in den nächsten Jahren vorangetrieben werden. Die Integration eines solchen Speichers in den Kraftwerksprozess erlaubt die zeitliche Entkopplung der Strom- und Wärmebereitstellung. So ermöglicht das Verfahren etwa, dass am Tage die über den Kundenbedarf hinaus produzierte Wärme im Speicher „geparkt“ wird und nachts – bei abgeschalteter Gasturbine – zur Verfügung gestellt werden kann. Diese Trennung ist bei GuD-Kraftwerken, die in der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) betrieben werden und somit einen hohen Brennstoffausnutzungsgrad sowie niedrige CO2-Emissionen vorweisen, bislang nicht möglich.
„Wir wollen die Einsatzmöglichkeiten der effizienten und ressourcenschonenden Kraft-Wärme-Koppelung erweitern, indem wir diese Kraftwerke noch flexibler einsetzen. Gerade vor dem Hintergrund zunehmender, nicht bedarfsorientierter Kapazitäten im Erzeugungspool – etwa aus immer größeren Off-Shore-Windparks – erhöhen sich die Flexibilitätsanforderungen an unsere Kraftwerke“, erklärt Dr. Johannes Lambertz, Vorstandsvorsitzender der RWE Power. In Kraft-Wärme-Kopplung betriebene GuD-Kraftwerke haben zurzeit häufig den Nachteil, dass sich der Betrieb nicht mehr am Strombedarf orientiert, sondern die Anlage in der Regel wärmegeführt betrieben wird. Deshalb müssen Kraftwerke mit Wärmeauskopplung auch dann weiterlaufen, wenn nur ein geringer Strombedarf im öffentlichen Netz besteht – beispielsweise in der Nacht. „Durch den Einsatz der innovativen Technologie steigt auch die Wirtschaftlichkeit der GuD-Kraftwerke. Ein Vorteil, den auch unsere Kunden zu schätzen wissen. So sind gerade viele Industriebetriebe und Stadtwerke stark an der Entwicklung des Wärmespeichers interessiert“, so Lambertz.
Für die Projektentwicklung sind rund zweieinhalb Jahre veranschlagt. Nach erfolgreichem Abschluss der ersten Entwicklungsphasen streben die Kooperationspartner den Bau einer Pilotanlage mit einer Leistung von zehn Megawatt an. Möglicher Standort ab 2011 könnte das Heizkraftwerk von RWE Power in Dortmund sein. In den bereits durchgeführten Voruntersuchungen wurde die grundlegende technisch-wirtschaftliche Machbarkeit bestätigt. Die Realisierbarkeit eines GuD-Kraftwerks mit integriertem thermischen Speicher hängt von der Verfügbarkeit eines kosteneffizienten, zuverlässigen und langlebigen Hochtemperatur-Wärmespeichers in großtechnischer, kommerzieller Ausführung ab.
Für die Integration des Wärmespeichers in den GuD-Prozess wurde mit der ThyssenKrupp Xervon Energy ein Partner gefunden, der über langjährige Erfahrung mit dem Bau von GuD-KWK-Anlagen verfügt. „Wir sind zuversichtlich, in dieser Kooperation hochflexible Wärmespeicher-GuD-Kraftwerke in absehbarer Zeit zur Marktreife zu entwickeln. Neben Neubauprojekten ist gerade auch die Nachrüstung vorhandener Anlagen eine wichtige Option für uns“, so Hans-Josef Sandkaul, Geschäftsführer der Duisburger ThyssenKrupp Xervon Energy.
Know-how zum Thema Hochtemperatur-Wärmespeicher bringt die Paul Wurth Gruppe in das Projekt ein: „Ähnliche Konzepte kommen bei uns bereits zur Heißluftbereitstellung in der Metall- und Glasindustrie als sogenannte Winderhitzer zur Anwendung. Sie müssen aber an die speziellen Anforderungen eines GuD-Kombikraftwerks angepasst werden“, sagt Dr. Manfred Möller, Geschäftsführer der Paul Wurth Refractory Engineering GmbH, Wiesbaden.
Das DLR übernimmt im Rahmen der Kooperation die thermische Auslegung des Wärmespeichers, Untersuchungen an möglichen Speicherinventarmaterialien im Labor, und den Betrieb eines kleinen Prototyps im Technikumsmaßstab. „Die Entwicklung und Erprobung von Technologien zur Hochtemperaturspeicherung unter Nutzung neuer Materialien sind eines unserer Kerngebiete", so Dr. Stefan Zunft vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Stuttgart.
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Datum: 20.03.2009 - 19:51 Uhr
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