Badische Neueste Nachrichten: Vorsicht Provinz!
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Stuttgart die erste Große Landesausstellung Baden-Württembergs
gezeigt wurde, wollten rund 670 000 Menschen "Die Staufer" sehen.
Eine Art Initialzündung. Denn seither gehören diese Großschauen zum
festen Kulturprofil des Landes. Das jüngste Karlsruher Beispiel ist
die Retrospektive "Camille Corot - Natur und Traum", die an diesem
Wochenende in der Kunsthalle zu Ende geht. Eine Malerei-Präsentation,
wie sie künftig vielleicht gar nicht mehr zustande kommt. Zumindest
nicht, wenn die Landesregierung ihr Vorhaben in die Tat umsetzt, das
sie gegenwärtig prüft und erörtert. Die Maßgabe soll fortan lauten:
Rückbesinnung auf die Region. Weg von ausgreifenden Projekten mit
teuren internationalen Leihgaben, dafür mehr Eigengewächse aus der
Kurpfalz oder der Ortenau, aus Oberschwaben oder dem Hohenloher Land.
Karlsruhe wäre von einer solchen Direktive durchaus betroffen. Denn
das Badische Landesmuseum hat seinen Aktionsradius wiederholt über
die Grenzen des deutschen Südwestens hinaus erweitert. Ausgehend von
seinen Sammlungen hat es den Blick auf die Kykladen oder auf Karthago
gerichtet und hat auch sonst den Mittelmeerraum mehrfach zum Thema
gemacht. Nun: Bis 2016 ist das Programm gesichert, und bei den
Projekten, die bis dahin anstehen, hätte das Haus auch unter neuen
Vorzeichen nichts zu fürchten; ihr landeskundlicher Charakter steht
außer Frage. Aber wie steht es mit der Kunsthalle Baden-Baden, die
2016 "Britische Pop-Art" präsentieren will? Bleibt derlei in Zukunft
von stattlicher finanzieller Förderung ausgeschlossen, weil es nicht
genügend landesnah ist? In einer Welt, die kulturübergreifendes
Verständnis nötiger hat denn je, kann man da nur sagen: Vorsicht,
Provinz!
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Badische Neueste Nachrichten
Klaus Gaßner
Telefon: +49 (0721) 789-0
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Datum: 18.01.2013 - 22:45 Uhr
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Karlsruhe
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Kunst und Kultur
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