Zickzackkurs am Beteiligungsmarkt setzt sich fort
ID: 803829
- Nach Erholung im Spätsommer erneuter Rückgang im Schlussquartal
2012
- Abschreibungssorgen, steigende Einstiegspreise und schlechtere
Exits belasten Spätphasenfinanciers
- Frühphasensegment stagniert, bei zuversichtlichem Ausblick
Das German Private Equity Barometer setzt seinen Zickzackkurs
weiter fort: Nach einem Rückgang im zweiten Quartal und einer
Erholung im Spätsommer folgt nun im Schlussquartal 2012 erneut ein
Einbruch, der diesmal kräftig ausfällt. Der Geschäftsklimaindex für
den deutschen Beteiligungskapitalmarkt, der von BVK und KfW gemeinsam
für das Handelsblatt ermittelt wird, fällt um 9,8 Zähler und liegt
nun mit 32,5 Punkten knapp 4 Zähler unterhalb seines langjährigen
Durchschnittswerts. Die im laufenden Jahr erwartete konjunkturelle
Belebung gibt jedoch Anlass zu vorsichtigem Optimismus hinsichtlich
der weiteren Entwicklung des Marktes: Es ist davon auszugehen, dass
auch die Beteiligungsunternehmen von einem Anziehen der Konjunktur
profitieren können.
Die erneute Abwärtsbewegung des German Private Equity Barometers
im vierten Quartal 2012 wird in erster Linie durch einen
Stimmungsrückgang bei den Spätphasenfinanzierern verursacht (-16,2
Zähler auf 29,4 Punkte): Sie beklagen höhere Einstiegspreise sowie
nochmals schlechtere Exitmöglichkeiten und befürchten steigenden
Abschreibungsbedarf. Sowohl der Teilindikator für die aktuelle
Geschäftslage als auch der für die künftigen Geschäftserwartungen ist
in diesem Marktsegment rückläufig - wobei die Zukunft (-20,1 Zähler)
noch deutlich pessimistischer eingeschätzt wird als die Gegenwart
(-12,3 Zähler).
In der Frühphase sorgen ein leichter Rückgang bei den aktuellen
Lageeinschätzungen (-2,1 Zähler) und ein leichter Anstieg bei den
Geschäftserwartungen (+1,4 Zähler) zusammen dafür, dass der
entsprechende Gesamtindikator nahezu unverändert bleibt (-0,4 Zähler
auf 36,9 Punkte).
Die Zuversicht bezüglich kommender Geschäfte lässt hoffen, dass
sich das Early-Stage-Segment des Beteiligungsmarktes weiter
stabilisieren könnte: Erwartet werden eine weiter hohe Nachfrage
nach Wagniskapital, qualitativ hochwertige Investment proposals,
positive Einstiegspreise und gute Exitmöglichkeiten. Hinzu kommt,
dass Fundmanager auf dem Arbeitsmarkt wieder stärker gefragt zu sein
scheinen und die Frühphasenfinanciers daher über Probleme bei der
Rekrutierung klagen - ein weiteres Indiz für eine Marktbelebung.
BVK-Geschäftsführerin Ulrike Hinrichs ist besonders über die
stabile Stimmung und den positiven Ausblick im Frühphasensegment
erfreut: "Trotz der Herausforderungen im Fundraising und bei den
Exits, sehen die Venture Capital-Finanzierer in 2013 ein Jahr der
Chancen. Es sind die zahlreichen Investitionsmöglichkeiten in der
Innovations- und Gründerlandschaft Deutschlands, die für die
positiven Aussichten der Frühphasenfinanzierer sorgen. In der
zurückhaltenderen Einschätzung der Spätphasenfinanzierer spiegeln
sich dagegen die uneinheitlichen Prognosen für die europäische und
globale Wirtschaft wider. In der Spätphase sind die
Portfoliounternehmen sehr viel stärker von der Weltkonjunktur und vom
Export abhängig."
Der Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe, Dr. Jörg Zeuner, beurteilt
die Ergebnisse des aktuellen German Private Equity Barometers wie
folgt: "Die positiven Einschätzungen der Beteiligungsfinanzierer im
Frühphasensegment machen Mut, sind aber gemessen an der
Gesamteinschätzung der Branche leider noch kein Grund zum Jubeln. Wir
gehen davon aus, dass sich die Konjunktur 2013 besser entwickeln
wird, als die Spätphasenfinanzierer dies erwarten und sehen daher in
den kommenden Monaten auch für dieses Marktsegment positive Signale."
Das aktuelle German Private Equity Barometer steht unter
www.kfw.de/gpeb zum Download zur Verfügung.
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KfW, Palmengartenstr. 5 - 9, 60325 Frankfurt
Kommunikation (KOM), Christine Volk,
Tel. +49 (0)69 7431 3867, Fax: +49 (0)69 7431 3266,
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Datum: 28.01.2013 - 10:00 Uhr
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