Ende der Praxisgebühr: Ärzte registrieren kaum Auswirkungen
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Hemmschwelle für den Besuch beim Arzt - und der Andrang im
Wartezimmer steigt drastisch. Das befürchteten im vergangenen Jahr
zumindest manche Gesundheitsökonomen. Eine Blitz-Umfrage des
Ärztenetzwerkes Hippokranet zeigt nun jedoch: Die Mehrzahl der Ärzte
merkt gar keinen Unterschied.
Demnach sind drei von vier Mediziner (78 Prozent) davon überzeugt,
dass sich die Patientenzahl seit Jahresbeginn nicht wesentlich
verändert hat. Nur etwa 16 Prozent der niedergelassenen Ärzte
sprechen von "deutlich mehr Patienten in unserer Praxis". Rund sechs
Prozent berichten, dass sie weniger Patienten medizinisch versorgt
hätten. An der Umfrage im Online-Ärztenetzwerk Hippokranet nahmen vom
23. Januar bis zum 5. Februar 560 Ärzte teil.
"Diese erste Umfrage zur Praxisgebühr untermauert die Kritik, die
in den vergangenen Monaten aus der Ärzteschaft kam: Die
Zehn-Euro-Abgabe hatte kaum eine Steuerungswirkung - sondern die
Praxen nur unnötig mit bürokratischen Vorgängen belastet", erklärte
Jan Scholz, Chefredakteur der Ärztenachrichtendienstes (änd), dem
Betreiber des Hippokranet, am Dienstag in Hamburg.
In den neun Jahren des Bestehens der Praxisgebühr haben die
Praxisärzte Berechnungen zufolge den Verwaltungsaufwand von insgesamt
rund 3,24 Milliarden Euro getragen. Die Kassenärztliche
Bundesvereinigung spricht von jährlich insgesamt rund 360 Millionen
Euro. Der zeitliche Mehraufwand für das Praxispersonal habe bei circa
120 Stunden pro Jahr und Praxis gelegen.
Das Online-Netzwerk Hippokranet.com ist älter als Facebook und die
gemeinsame Forums- und Netzwerkplattform der Fachinformationsdienste
Facharzt.de, Hausarzt.de sowie zaend.de. Insgesamt sind im
Hippokranet über 51.000 Mitglieder organisiert, es finden sich in
unzähligen Gruppen mehrere 100.000 Beiträge zu medizinischen,
technischen und gesundheitspolitischen Themen. Einzigartig im
Internet: Die Plattform wird von ihren eigenen Lesern finanziert.
Mehr als 7.000 Abonnenten zahlen freiwillig für die Nutzung, die sie
auch kostenlos haben könnten. Eine Vollredaktion berichtet für die
Mitglieder aus Gesundheitspolitik und Medizin.
Pressekontakt:
änd Ärztenachrichtendienst Verlags-AG
Jan Scholz
Kattjahren 4
22359 Hamburg 040/609 15 40
j.scholz@aend.de
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Datum: 05.02.2013 - 12:43 Uhr
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