Vor der Wahl in Ecuador: Reporter ohne Grenzen fordert Ende der Repressionen gegen Medien
ID: 815377
ecuadorianischen Präsidenten Rafael Correa vor seiner erwarteten
Wiederwahl an diesem Sonntag auf, kritische Journalisten nicht länger
zu diffamieren und restriktive Mediengesetze zurückzunehmen. "Indem
Präsident Correa Journalisten als Lügner und Manipulatoren beschimpft
und verfolgt, hat er ein Klima der Einschüchterung und Selbstzensur
geschaffen", kritisierte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr.
Seit seinem Amtsantritt 2007 betreibt Correa eine systematische
Kampagne zur Dämonisierung vor allem privater Zeitungen und
Rundfunksender, denen er die Verquickung von Journalismus und
Geschäftsinteressen vorwirft. Wiederholt hat er Nachrichtenmedien als
Saboteure seiner "Bürgerrevolution" beschimpft oder einzelne
Journalisten wie Gustavo Cortez von der Tageszeitung El Universo
öffentlich an den Pranger gestellt. Regierungsmitglieder dürfen auf
Anweisung Correas keine Interviews an Privatmedien geben. Aufgrund
restriktiver Gesetze drohen kritischen Journalisten und Redaktionen
Haft- sowie hohe Geldstrafen für Vergehen wie Verleumdung oder
"Wahlpropaganda". Der Präsident hat etwa im Fall des Kolumnisten
Emilio Palacio persönlich von solchen Regelungen Gebrauch gemacht und
Medienhäuser oder Journalisten verklagt.
Rundfunklizenzen werden willkürlich vergeben und entzogen.
Zugleich nutzt Correa die Staatsmedien zur Verbreitung seiner eigenen
Positionen und macht mit Hilfe eines aus der Zeit der
Militärregierung stammenden Gesetzes exzessiv von der Möglichkeit
Gebrauch, amtliche Verlautbarungen in die laufenden Programme auch
privater Rundfunksender einzuschleusen.
Insbesondere im aktuellen Wahlkampf haben viele Medien zu massiver
Selbstzensur gegriffen, um sich gegen ruinöse Klagen zu schützen. Mit
dem Fotografen Byron Baldeón wurde vergangenen Juli erstmals seit
2005 ein Reporter offenbar wegen seiner journalistischen Arbeit
ermordet.
Reporter ohne Grenzen fordert den Präsidenten deshalb auf,
Vergehen wie Verleumdung oder Beleidigung zu entkriminalisieren und
restriktive Mediengesetze aufzuheben. Die Konfrontation mit den
privaten Medien muss ebenso beendet werden wie die Diffamierung von
Journalisten und die willkürliche Vergabe von Rundfunklizenzen.
Besonders bedenklich sind Correas jüngste Überlegungen, die
Meinungsfreiheit zu einer staatlichen Aufgabe zu erklären und
dementsprechend zu regulieren.
Ecuador steht in der aktuellen Rangliste der Pressefreiheit auf
Platz 119 von 179. Weitere Informationen zur Situation der Medien in
dem Land finden Sie unter http://en.rsf.org/ecuador.html
Pressekontakt:
Reporter ohne Grenzen
Ulrike Gruska / Christoph Dreyer
presse@reporter-ohne-grenzen.de
www.reporter-ohne-grenzen.de
T: +49 (0)30 60 98 95 33-55
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 14.02.2013 - 14:32 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 815377
Anzahl Zeichen: 3126
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Menschenrechte
Diese Pressemitteilung wurde bisher 138 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Vor der Wahl in Ecuador: Reporter ohne Grenzen fordert Ende der Repressionen gegen Medien"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Reporter ohne Grenzen e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Fünf Kernpunkte der Rangliste der Pressefreiheit 2026: - Zum ersten Mal in der 25-jährigen Geschichte der Rangliste der Pressefreiheit fallen mehr als die Hälfte aller Länder und Territorien der Welt in die Kategorien "schwierig" oder "sehr ernst". - "Gut" ist
Drei Jahre unter den Taliban: Bundesregierung lässt afghanische Journalisten im Stich ...
Nur sechs afghanische Journalistinnen und Journalisten haben es bisher geschafft: Sie konnten mit Hilfe von Reporter ohne Grenzen (RSF) über das Bundesaufnahmeprogramm Afghanistan (BAP) nach Deutschland kommen. Zum dritten Jahrestag der Machtübernahme der Taliban zieht die Organisation in einem Be
Reporter ohne Grenzen schockiertüber Gewalt gegen Journalisten in den USA ...
Reporter ohne Grenzen (RSF) ist entsetzt über die Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten in den USA, die nach dem Tod des schwarzen US-Amerikaners George Floyd über Proteste gegen Polizeigewalt berichteten. Innerhalb weniger Tage kam es zu mindestens 68 Übergriffen auf Medienschaffende, da
Weitere Mitteilungen von Reporter ohne Grenzen e.V.
Studie des Instituts für Demoskopie (IfD) Allensbach: "Was ist gerecht?" / Chancen sind der entscheidende Faktor für Gerechtigkeit ...
Im Mittelpunkt einer gerechten Gesellschaft steht für die Deutschen die Chancengerechtigkeit. Dies ist das zentrale Ergebnis einer Untersuchung, die das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD Allensbach) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) durchgeführt hat. "FÃ
Pressemeldung zum Welttag gegen den Einsatz von Kindersoldaten (12. Februar): Rote Hände gegen den Missbrauch von Kindern als Soldaten ...
Weltweit werden mehr als 250.000 Mädchen und Jungen in Kriegen und bewaffneten Konflikten als Kindersoldaten eingesetzt. Sie fungieren als Boten, Spione oder Träger, sie müssen Sprengsätze anbringen und lernen, mit Waffen umzugehen. Vielfach kämpfen sie auch. "Unter den Folgen der kör
Mit Plan gegen den Einsatz von Kindersoldaten / Bundesweite Aktion des Kinderhilfswerks Plan zum Red Hand Day ...
Anlässlich des Red Hand Day am 12. Februar fordert Plan International Deutschland die Bundesregierung auf, sich stärker für den Schutz von Kindern und Jugendlichen in Kriegs- und Krisengebieten einzusetzen. Mit rund 28.000 gesammelten roten Handabdrucken setzt das Kinderhilfswerk am internatio
OECD-Beschwerden gegen Hersteller vonÜberwachungssoftware Menschenrechtsorganisationen fordern unternehmerische Verantwortung ein ...
Die Münchener Trovicor GmbH und die britisch-deutsche Gamma Group produzieren Überwachungssoftware, die von autoritären Staaten zu Menschenrechtsverletzungen eingesetzt werden kann. Privacy International, Reporter ohne Grenzen, das Bahrain Center for Human Rights (BCHR), Bahrain Watch (BW) un




