Neue OZ: Kommentar zu Film / Festivals / Berlinale
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Die Berlinale-Jury hat ihre Bären gleichmäßig verteilt - auf viele
gleichermaßen gute Beiträge. Dass Ulrich Seidls "Paradies: Hoffnung"
und Juliette Binoche für ihre Leistung als Camille Claudel nicht
berücksichtigt wurden, mag überraschen. Unangemessen ist aber nur der
Regiepreis für David Gordon Greens eher netten "Prince Avalanche":
Als Ehrung einer der wenigen Komödien noch nachvollziehbar, bleibt
die Auszeichnung eines Remakes fragwürdig.
Schon vor der Preisgala stand fest: Skandale würde sie kaum
bieten. Dazu hatte der Wettbewerb zu wenig Konfliktpotenzial.
Aufreger wie der Folter-Polizist aus José Padilhas "Tropa de Elite",
Goldener Bär 2008, standen diesmal nicht zur Wahl. Die Wettbewerbe in
Cannes und Venedig waren zuletzt deutlich lauter.
Das Potenzial zur Debatte hat Berlin schlicht wegprogrammiert.
Viel diskutierte Produktionen liefen leider in Nebensektionen: die
Dokumentation "The Act of Killing" etwa, wo indonesische Paramilitärs
stolz ihre eigenen Massenmorde nachstellen. Nicht jedes Spottwort
über den Berlinale-Wettbewerb ist gerecht. Eines stimmt aber: Im
nächsten Jahr darf er wieder etwas mutiger werden.
Daniel Benedict
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Datum: 17.02.2013 - 22:00 Uhr
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