Banken setzen auf Immobilien
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engagieren sich wieder stärker in der Immobilienfinanzierung. 56
Prozent der Kreditinstitute wollen in diesem Bereich in den
kommenden drei Jahren nennenswerte Investitionen vornehmen. Ein Jahr
zuvor lag dieser Wert noch bei 49 Prozent . Rückläufig ist hingegen
das Engagement im Investmentbanking, im Wertpapiergeschäft und in der
Vermögensverwaltung. Dies zeigt die Studie "Branchenkompass 2012
Kreditinstitute" von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit
dem F.A.Z.-Institut.
"Die Banken reagieren auf die wachsende Nachfrage durch private
Häuslebauer, die sich mit dem sogenannten Betongold vor
Inflationsgefahren schützen wollen", sagt Thomas Saalmüller,
Banken-Experte bei Steria Mummert Consulting. Dementsprechend wollen
vor allem Kreditinstitute, die vornehmlich Privatkunden bedienen, von
der wachsenden Nachfrage nach privatem Wohneigentum profitieren: 59
Prozent dieser Gruppe wollen in ihre Immobilienfinanzierung
investieren. Unter Banken mit Firmenkundenfokus sind es hingegen nur
37 Prozent.
Steria IT-Consulting-Experte Thomas Saalmüller sieht noch einen
weiteren Grund für das wachsende Engagement in der
Immobilienfinanzierung: "Nach den Erfahrungen mit der Finanzkrise und
im Angesicht der schärferen staatlichen Regulierung von riskanten
Geschäftsbereichen konzentrieren sich die Banken jetzt wieder stärker
auf ihr traditionelles Kerngeschäft."
Das steigende Engagement in der Immobilienfinanzierung ist nur ein
Indikator für die Rückbesinnung der Banken auf ihre klassischen
Stärken. Auch das Kreditgeschäft mit Firmenkunden soll ausgebaut
werden: Mehr als zwei Drittel der befragten Geldhäuser planen hier
in den kommenden drei Jahren nennenswerte Investitionen. Innerhalb
eines Jahres ist dieser Wert um neun Prozentunkte gestiegen. Auf
hohem Niveau stabil bleiben in dieser Hinsicht die Finanzberatung,
sowohl für Privat- (63 Prozent) als auch für Firmenkunden (62
Prozent), sowie Altersvorsorgeprodukte (57 Prozent) und das
Kreditgeschäft mit Privatkunden (56 Prozent).
Rückläufig ist die Investitionsbereitschaft hingegen in Bereichen
jenseits des traditionellen Bankgeschäfts: Nur noch 41 Prozent der
befragten Finanzinstitute planen für die kommenden drei Jahre
Ausgaben für ihr Wertpapiergeschäft, gegenüber 58 Prozent im Vorjahr.
Der Anteil der Banken, die neue Aufwendungen für die
Vermögensverwaltung vornehmen wollen, sinkt von 47 auf 30 Prozent.
Vor allem im Investmentbanking setzt sich ein jahrelanger
Abwärtstrend fort: Nur noch acht Prozent der Befragten wollen diesen
Bereich ausbauen, nach zwölf Prozent im Vorjahr. 2007 wollte noch ein
Fünftel der Kreditinstitute in diesen Bereich investieren.
Insgesamt sieht Marktkenner Thomas Saalmüller das aktuelle
Comeback der Immobilienfinanzierung in Deutschland aber als temporäre
Erscheinung an: "Die Gründe sind in den aktuellen Entwicklungen an
den Kapitalmärkten und der spezifischen Situation im EU-Währungsraum
zu suchen. Mittel- bis langfristig sollten sich Banken an den
spezifischen Anforderungen des deutschen Marktes ausrichten, um in
der Immobilienfinanzierung erfolgreich zu bleiben. Das Angebot sollte
sich insbesondere an den demographischen und regionalen Entwicklungen
ausrichten: In Zukunft wird es nicht nur zu einer weiteren
Bevölkerungskonzentration in den Ballungsräumen kommen - es werden
auch verstärkt spezifische Angebote für eine alternde Gesellschaft
nachgefragt werden. Und neben Neubauten spielt gerade in Deutschland
auch die substanzerhaltende Gebäudesanierung eine immer wichtigere
Rolle."
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Hintergrundinformationen
Für die Studie "Branchenkompass 2012 Kreditinstitute" von Steria
Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut befragte
Forsa im August und September 2012 120 Entscheider aus 120
Kreditinstituten in Deutschland und Österreich. Die Institute gehören
zu den nach ihrer Bilanzsumme größten im Land. Sie repräsentieren die
drei Säulen der deutschen Kreditwirtschaft: Sparkassen,
Genossenschaftsbanken und Kreditbanken. Die Entscheider wurden zu den
Branchentrends sowie zu den Strategien und Investitionszielen bis
2015 interviewt. Befragt wurden jeweils die Vorstandsvorsitzenden,
Vorstandsmitglieder, die Geschäftsführer, die Leiter der
Unternehmensentwicklung, die Leiter von Finanzen und Controlling oder
die Vertriebs- und Marketingleiter. Die Befragungen wurden mit der
Methode des Computer Assisted Telephone Interviewing (CATI)
durchgeführt. Der Branchenkompass erscheint in Deutschland jährlich
seit 2002.
Pressekontakt:
Steria Mummert Consulting
Birgit Eckmüller
Tel.: +49 (0) 40 22703-5219
E-Mail: birgit.eckmueller@steria-mummert.de
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Tel.: +49 (0) 40 253185-111
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Datum: 21.02.2013 - 10:45 Uhr
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