Neue OZ: Kommentar zu Homo-Ehe
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Es ist an der Zeit, dass die Rückwärtsgewandten in der Union in
der gesellschaftlichen Realität ankommen, allein schon aus
Eigeninteresse. Alle anderen Parteien haben inzwischen erkannt: Je
früher homosexuelle Lebenspartnerschaften der Ehe gleichgestellt
werden, desto besser.
Wenn die Konservativen ihre Forderung nach dem besonderen Schutz
von Ehe und Familie selbst ernst nehmen, sollte dies auch für die
Homo-Ehe gelten. Die Diskriminierung muss fallen. Im Grundgesetz
steht nämlich nichts davon geschrieben, dass es die Ehe nur zwischen
Mann und Frau geben kann und dass zur Familie Vater und Mutter
gehören. Vielmehr hat das Bundesverfassungsgericht inzwischen
mehrfach anders entschieden, und wird das auch künftig tun. Dass etwa
zwei Männer ein Kind großziehen, steht demnach dem Wohl des
Nachwuchses in keiner Weise entgegen. Wenn Lesben und Schwule bereit
sind, Verpflichtungen wie bei einer Ehe füreinander einzugehen,
sollten sie auch die gleichen Rechte erhalten. Letztlich zeigen sie
damit, wie sehr auch sie bürgerliche Werte hochhalten, für die die
CDU steht. Aber aufgepasst: Mit ihren Drehungen in der Familien- und
Atompolitik sowie bei der Wehrpflicht hat Kanzlerin Angela Merkel das
konservative Fundament der CDU in atemberaubendem Tempo ausgehöhlt.
Damit das Gebäude nicht zusammenbricht, müssen neue Themen her, bei
denen sich die Partei von den anderen unterscheidet.
Fabian Löhe
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Neue Osnabrücker Zeitung
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Datum: 24.02.2013 - 22:00 Uhr
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